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Freshfields-Report
Niersbach räumt eigene Fehler ein

Porträt: Niersbach: Vom Journalisten zum Macher im Fußball
Porträt: Niersbach: Vom Journalisten zum Macher im Fußball FOTO: RPO
Köln. DFB-Ex-Präsident Wolfgang Niersbach hat nach der Veröffentlichung des Freshfields-Berichts zur WM-Vergabe 2006 eigene Fehler eingeräumt. "Den Vorwurf, im Sommer 2015 meine Kollegen im DFB-Präsidium nicht zügig über die mir bis dahin bekannten Vorgänge informiert zu haben, verstehe ich", schrieb Niersbach am Freitag in einer E-Mail an die Deutsche Presse-Agentur.

Er habe sich im Sommer und Herbst 2015 "bemüht, die Hintergründe des Sachverhalts zu recherchieren und zufriedenstellende Antworten zu erhalten". Erst anschließend habe er das DFB-Präsidium informieren wollen. "Dass mir dies nicht gelungen ist, bedauere ich zutiefst", schrieb Niersbach.

Über die durch den Freshfields-Bericht publik gewordenen Zahlungen von Franz Beckenbauer an ein Konto in der Schweiz im Jahr 2002 habe er erst am Freitag Kenntnis erhalten. Er bleibe aber bei seiner Auffassung, dass für den WM-Zuschlag keine Stimmen gekauft worden seien, betonte das damals hochrangige WM-OK-Mitglied.

Zudem fühlt sich Niersbach in seiner Auffassung bestätigt, dass "wirtschaftliche und steuerliche Angelegenheiten während meiner Tätigkeit im Organisationskomitee nicht in meiner Zuständigkeit lagen." Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen Niersbach wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Als DFB-Generalsekretär hatte er die Steuererklärung des DFB mit den falsch deklarierten Überweisungen an die FIFA über 6,7 Millionen Euro unterschrieben.

Niersbach war am 9. November 2015 als DFB-Chef zurückgetreten. Er hatte damit die politische Verantwortung für den WM-Skandal übernommen, persönliches Fehlverhalten aber zurückgewiesen. Die aktuelle DFB-Spitze wirft Niersbach vor allem vor, das Präsidium nicht rechtzeitig über seine Kenntnisse informiert zu haben.

(old/dpa)
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