Arbeitslose Kicker: Wo Bobic und Co. unterkommen
zuletzt aktualisiert: 01.07.2005 - 13:54Berlin (rpo). Die Arbeitslosigkeit im Profi-Fußball koppelt sich offenbar vom Gesamt-Trend ab: Die Chancen für Kicker ohne laufenden Kontrakt stehen derzeit gar nicht so schlecht. Neben Fredi Bobic haben beispielsweise auch Marcello Pletsch und Dietmar Hirsch einen neuen Arbeitgeber an der Angel.
"Die Zahl der vereinslosen Spieler hält sich im Rahmen", sagte Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballer (VdV). Die Situation für die betroffenen Kicker sei nicht mehr so akut wie noch in den letzten Jahren. Baranowsky: "Ich habe die Hoffnung, dass alle Spieler noch rechtzeitig einen neuen Verein finden."
Beste Chancen auf eine schnelle Wiedereinstellung hätten, so Baranowsky, die "Hochkaräter". Einer von ihnen ist der frühere Nationalspieler Fredi Bobic, dessen Vertrag bei Hertha BSC Berlin im August ausläuft. "Ich werde meine Angebote sortieren. Ausland oder Bundesliga - ich bin nach allen Seiten offen, aber die 2. Bundesliga kommt für mich nicht in Frage", so Bobic.
Angst vor der Arbeitslosigkeit hatte der 33-Jährige so wenig wie der Ex-Duisburger Dietmar Hirsch: "Natürlich ist es frustrierend, wenn man im Fernsehen sieht, wie die Kollegen in die Vorbereitungsphase starten." Mit täglichen Dauerläufen an der Seite seines Hundes hielt sich der Mittelfeldspieler fit. "Ich habe immer an meine Chance geglaubt. In der nächsten Woche werde ich bei einem Regionalliga-Klub unterschreiben", so Hirsch, der zwölf Jahre Fußball-Profi war und gerne noch "ein, zwei Jahre dranhängen würde".
Entscheidungen stehen an
Ähnlich geht es Marcelo Pletsch, der zurzeit neben Hirsch und Bobic ohne Job ist. "Ich muss allein trainieren. Das ist nicht so lustig", gesteht der Ex-Mönchengladbacher, der sich mit seinem Ex-Klub vor dem Arbeitsgericht streitet. Auch Pletsch steht unmittelbar vor einer Vertragsunterzeichnung: "Am Mittwoch wird in meinem Fall eine Entscheidung fallen."
Bei Hannover 96 sind gleich drei Profis ohne neuen Verein. "Die Drei haben bei uns wenig bis gar nicht gespielt. Aber sie werden bestimmt wieder einen neuen Klub finden", ist 96-Manager Ilja Kaenzig überzeugt. Während Innenverteidiger Thomas Schneider noch keinen neuen Arbeitgeber vorweisen kann, steht Abwehrspieler Dame Diouf vor einer Neuanstellung: "Ich bin seit einer Woche im Probetraining und bin zuversichtlich, dass es mit einem neuen Vertrag klappt."
Einen Wechsel nach Großbritannien will der Deutsch-Russe Wladimir But in Kauf nehmen. Nach eigenem Bekunden hat der 27-Jährige Angebote aus Schottland und England. "Ich tendiere zu einem Wechsel nach England", so But. Die Arbeitslosigkeit markiert für den Angreifer auch eine Hoffnung auf bessere Zeiten: "Ich bin froh, dass das Kapitel Hannover beendet ist, weil ich unter Trainer Ewald Lienen nie eine echte Chance erhalten habe."
Der Aufschwung auf dem "Arbeitsmarkt Fußball" kommt für die VdV nicht überraschend. Die Bereitschaft der Klubs zur Einstellung sei wieder gewachsen, so Baranowsky: "Dafür gibt es mehrere Gründe. Die WM sorgt für eine Euphorie, die Sponsoren ziehen mit. Zudem verspricht die Fernsehgeld-Diskussion im Herbst zusätzliche Einnahmen und die Sparmaßnahmen als Folge der Kirch-Krise greifen endlich."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







