Negative Aussagen über den Volkswagen-Konzern: Wolfsburgs Manager Pander wehrt sich gegen Beckenbauer
zuletzt aktualisiert: 02.02.2001 - 13:59Wolfsburg (sid). Beim Fußball-Bundesligaspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Bayern München am Samstag ist für Brisanz gesorgt - und das nicht nur auf dem Rasen. Schließlich hatte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer vor rund einer Woche kritisiert, dass Bayer Leverkusen und der VfL nicht wirtschaften müssten, da die Klubs jeweils einen Weltkonzern im Rücken hätten, der die Schulden übernehme und steuerlich abschreibe. Somit zahle der Steuerzahler die Hälfte der Ausgaben dieser Vereine.
Worte, die Wolfsburgs Manager Peter Pander die Zornesröte ins Gesicht treiben. "Einen größeren Blödsinn habe ich noch nie gehört, da hat sich Franz völlig vergriffen. Das kann er schlicht nicht beurteilen", giftete der 49-Jährige vor dem Duell gegen den Rekordmeister in Richtung München.
Auch wenn die "Wölfe" durch die angestrebte GmbH-Gründung zu einem Tochterunternehmer der Volkswagen Werke werden, bestreitet Pander die von Beckenbauer genannten finaziellen Vorteile: "Wo bleiben denn die Verluste in einer GmbH? Doch nicht beim Konzern, die Verluste hat immer die GmbH selbst zu tragen. Außerdem ist es ja nicht so, dass wir mit Millionen zugeballert werden. Das kann sich kein Unternehmen leisten."
Vor Saisonbeginn gaben die Niedersachsen tatsächlich nur knapp eine halbe Million Mark für ihre zehn Neuzugänge aus, und auch im Hinblick auf die neue Saison ist der VfL wohl noch weit von Mega-Transfers, die Summen in zweistelliger Millionenhöhe verschlingen, entfernt. Über eine Verpflichtung des bulgarischen Nachwuchsstürmers Martin Petrow von Servette Genf, der gut sechs Millionen kosten soll, wurde aber dennoch diskutiert.
Vor dem Spiel gegen die Münchener Millionentruppe wirkt der derzeitige Wolfsburger Kader dann auch eher bescheiden. "Finanziell können wir mit den Großen nicht mithalten. Wir sind doch erst im vierten Bundesliga-Jahr und bestimmt nicht die großen Bayern-Jäger. Vor uns liegt noch ein langer Weg. An einem guten Tag können wir aber auch die Bayern schlagen", meinte Pander. Bisher hatten die "Wölfe" in der Bundesliga so einen Tag jedoch noch nie. In sieben Begenungen gegen gab es für den VfL gegen den Beckenbauer-Klub sechs Niederlagen bei einem Unentschieden - und das trotz des VW-Werkes im Rücken.
Das Schlusswort des Managers: "Wenn man in der Sprache von Franz redet, kann man nur sagen: Die Aussagen sind Schmarrn." Scheinbar hatte Adi Preißler also doch Recht. Sagte der Fußball-Guru doch einst: "Entscheidend is auf'm Platz."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







