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Der MSV-Chef erholt sich in der Schweiz: Alles Chefsache

zuletzt aktualisiert: 01.01.2004 - 17:42

Duisburg (RP). Walter Hellmich genießt die Tage um den Jahreswechsel im Schnee. Der MSV-Chef fährt mit seiner Ehefrau Ski im hübschen Schweizer Bergdorf Saas Fe. Als RP-Redakteur Bernd Bemmann ihn  am Montag Abend erreichte, kam der 58-Jährige gerade von der Piste.

Erholen Sie sich gut?

Das muss ich doch, schließlich war das letzte Jahr anstrengend, und das in vielfältiger Form. Im Einzelnen bitte. Naja, man muss sehen, dass die Geschäfte laufen, dass die Firmen intakt bleiben, dass die Mitarbeiter einen sicheren Arbeitsplatz haben, das alles ist heutzutage nicht gerade leicht. Der Stadionbau mit seinen Unwägbarkeiten und immensen Anstrengungen, dazu der offenbar geglückte Versuch, den Verein wieder auf sicherere Beine zu stellen, das alles war ziemlich viel auf einmal und hat viel Kraft gekostet. Jetzt tanke ich auf.

Ihr rein sportlicher Ausblick auf 2004?

Um Klartext zu reden: Wir haben die wirklich nicht so tolle Ausgangsposition selbst verschuldet. Es gilt, den Schaden zu reparieren. Aufgeben gilt nicht. Es wäre doch das Schlimmste, wenn wir jetzt sagen würden, okay, das war’s, die Saison haken wir ab. Das tun wir nicht. Es sind immerhin noch 17 Spiele zu bestreiten. Wir dürfen unsere Ziele nicht aufgeben. Noch sind wir im Geschäft, auch wenn ich mir die Tabellensituation anders vorgestellt habe, nämlich besser.

Haben Sie sich in der Mannschaft getäuscht, haben Sie geglaubt, dass sie nach dem Personalschnitt stärker sein würde?

Ich habe vor einiger Zeit gesagt, dass wir vor Wochen der Wahrheit stehen. In diesen Wochen der Wahrheit ist manches daneben gegangen. Das muss ausgeglichen werden. Ich glaube immer noch daran, dass die Jungs das Zeug haben, wesentlich besser zu sein als der aktuelle Tabellenstand.

Sie bauen ein neues Stadion, die Mannschaft offenbart Heimschwäche - das passt noch nicht zusammen.

Klar, die fünf zurück liegenden Heimspiele bei einem mageren Gewinn von nur zwei Punkten schmerzen. Das war ein Rückschlag, das muss anders werden. Wir müssen zurück zur Heimstärke.

Mit neuem Personal?

Ja, wir arbeiten daran. Dem schwedischen Abwehrspieler Johan Andersson geht ein guter Ruf voraus. Er ist ja seit Jahren Stammspieler in Hammarby. Wenn Norbert Meier glaubt, dass er eine echte Verstärkung sein kann, dann nehmen wir ihn. Wir stehen zudem mit etlichen Spielern in Kontakt.

Auch zu Dirk Lottner?

Das ist offen, das wird schwierig, und da wird sich vor dem 5. oder 6. Januar nichts entscheiden. Es gibt Kontakte, aber noch keine direkte Verbindung. Ich habe mit dem Mann noch nicht gesprochen.

Das Thema neue Spieler ist Chefsache?

Alles ist Chefsache. Freilich, ich muss mich auf den Sachverstand meiner Männer verlassen, denen ich vertraue. Für alles andere muss ich doch den Kopf hinhalten.

Zum Jahresabschluss: War es ein gutes Jahr für Sie?

Ja, ich bin zufrieden, persönlich und beruflich. Wir konnten sogar Arbeitsplätze schaffen und haben, so glaube ich, wichtige Akzente für Duisburg gesetzt. Ich denke da ans Medical Center oder Infineon, das absolut Größte ist natürlich die neue Arena. Wenn ich daran denke, dass der Ministerpräsident vor einem Jahr erklärte, es könne keine Landesbürgschaft geben und wenn ich heute sehe, wie das Stadion wächst, dann kommt mir das schon gigantisch vor. Mein Bestreben wird es auch in 2004 sein, für Duisburg Positives zu bewirken.“

Das Gespräch führte Bernd Bemmann.

„In einem solchen Stadion muss man einfach Erfolg haben.“  Foto: RPO
„In einem solchen Stadion muss man einfach Erfolg haben.“ Foto: RPO

 
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