Jena - Gladbach 2:2: Colautti rettet schwache "Fohlen"
zuletzt aktualisiert: 16.04.2008 - 23:01Jena (RP). Ob Jos Luhukay im Sommer zum Ehrenmitglied von Borussia Mönchengladbach ernannt wird, ist noch nicht bekannt. Der Niederländer, Trainer des Fußball-Zweitligisten, bemüht sich jedoch nachhaltig um diese Auszeichnung.
Nach dem 2:2 beim FC Jena stehen die Gladbacher mit sieben Punkten Vorsprung auf den FSV Mainz, der den ersten Nicht-Abstiegsplatz belegt, kurz vor dem Aufstieg.
Der letzte und bislang erst zweite Trainer Borussias, dem dies gelang, war Hans Meyer und der wurde vor fünf Jahren zum Ehrenmitglied ernannt. „Wenn man die Situation in der Tabelle sieht, war es ein gewonnener Punkt”, gab Luhukay zu. „Wir haben sehr viel Glück gehabt.”
Bislang war Meyer, vier Jahre Borussias Trainer, die einzige Verbindung der Gladbacher nach Jena, wo er seine Karriere als Spieler und Trainer startete. Bei seinem ersten Liga-Gastspiel auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld hatte der Spitzenreiter das gleiche Problem wie schon so viele vermeintlich „Große” in dieser Saison, die sich mit dem Kellerkind der Zweiten Liga messen mussten.
Doch bei aller spielerischen Klasse, die sie durch den Doppelpack von Marcel Schied vor der Pause mit 2:0 in Führung brachte, haben die Thüringer ein Problem: Sie machen den Sack nicht zu. Borussia durfte sich in der zweiten Halbzeit mehrmals bei Torhüter Christofer Heimeroth dafür bedanken, dass zumindest der eine Punkt machbar war.
„Wir sind selber schuld, dass wir diese gefühlte Niederlage kassiert haben”, sagte Henning Bürger, der nach einem Disput mit Mittelfeldspieler Sascha Rösler auf die Tribüne verwiesen wurde. „Wir sind mit unseren drei, vier Großchancen fahrlässig umgegangen.”
Jena hat bei nur noch fünf Runden acht Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Auch die Gäste nehmen einen Klassenwechsel in Angriff allerdings Richtung Bundesliga. Dass es trotz einer schwachen Vorstellung im ersten Durchgang zum Punktgewinn reichte, hatte Luhukay seiner glücklichen Hand zu verdanken. Nach dem Pausen-Rückstand brachte er für Defensivmann Alexander Voigt Stürmer Roberto Colautti.
Der Israeli mit argentinischen Wurzeln traf doppelt und erhöhte damit Borussias Serie auf neun Spiele hintereinander ohne Niederlage. Bereits in der Hinserie sorgte Colautti als Joker mit einem Tor beim SV Wehen Wiesbaden dafür, dass die damals erfolgreiche Serie noch ein wenig hielt.
„Das war ein Superspiel von Roberto”, lobte Mittelfeldspieler Marko Marin, der beide Kopfballtreffer vorbereitet hatte. Obwohl der Vorsprung des Tabellenführers auf sieben Zähler vor dem ersten Nicht-Aufstiegsplatz schmolz, dürfen sich die Gladbacher als Sieger des Spieltages fühlen. Hoffenheim patzte beim 1:3 in St. Pauli zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen.
So wuchs Borussias Abstand auf Platz zwei, den nach dem 2:0 gegen Aufsteiger VfL Osnabrück nun der 1. FC Köln belegt, auf sechs Zähler. Hinter Gladbach ist das Gerangel um die wohl nur noch zwei zu vergebenen Aufstiegsplätze groß: Köln liegt nur auf Grund der besseren Tordifferenz vor Hoffenheim.
Mit nur einem (Mainz), drei (Fürth nach dem 2:1 gegen Offenbach) und vier (Freiburg nach dem 2:3 in Koblenz) Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz lauern drei Mannschaften auf weitere Aussetzer der Konkurrenten.
Statistik:
Jena: Chomutowski - Maul, Müller, Kandelaki - Ziegner, Kikuchi - Werner, Hansen - Simak - Schied (82. Torghelle), Allagui. - Trainer: Bürger
Mönchengladbach: Heimeroth - Levels (22. Coulibaly), Brouwers, Daems, Voigt (46. Colautti) - Paauwe - Ndjeng, Marin - Rösler - Neuville (82. Kleine), Friend. - Trainer: Luhukay
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore: 1:0 Schied (9.), 2:0 Schied (45.), 2:1 Colautti (64.), 2: 2 Colautti (76.)
Zuschauer: 13.486
Beste Spieler: Simak, Schied - Colautti, Marin
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Kikuchi - Rösler (5/3), Coulibaly (3), Paauwe (5/1)
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