MSV Duisburg: Das Aus für den Trainer
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 30.10.2009Duisburg (RPO). Am Freitag gibt es beim MSV eine Pressekonferenz mit den Details, wie es mit der Mannschaft weiter gehen soll. Nach dem Pokal-Desaster von Augsburg gab es am Donnerstag eine Krisensitzung. Offiziell schwieg der Verein.
Die Suche nach einem neuen Trainer wurde indes aufgenommen. Der MSV nennt bereits potenzielle Kandidaten. Unter anderem werden die ehemaligen Bundesligatrainer Klaus Augenthaler und Frank Pagelsdorf, der allerdings in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei Al Nasr Sports Club Dubai unter Vertrag steht, als Nachfolger in Betracht gezogen. Dies bestätige MSV-Aufsichtsratschef Walter Hellmich.
Was sich spätestens seit der hochnotpeinlichen Vorstellung beim Pokalspiel in Augsburg anbahnte, fand gestern ein Ende, und überraschend war es nicht. Nach RP-Informationen wird sich der Verein von Trainer Peter Neururer trennen. Am Freitag gibt es eine Detail-Pressekonferenz. Letztes Indiz für mangelnde Tauglichkeit lieferte die Mannschaft in der Augsburger Impuls-Arena, als es auch noch um sehr viel Geld ging, das der Verein dringend gebrauchen konnte.
Walter Hellmich hatte sich für den länger arbeitslosen Neururer entschieden, obwohl ihm Freunde von einer Verpflichtung abgeraten hatten. Das war wohl ein Fehler. Seit dem 17. November war der 54-Jährige als Trainer und Nachfolger des geschassten Rudi Bommer verantwortlich. Und all jene Zweifler behalten offenbar recht, dass Neururer nicht einmal ein Jahr im Amt schaffen würde.
Der Mann der kessen Sprüche, der gerne austeilt, Kritik aber ungern einsteckt, verschleißt sich eben schnell, eckt an mit Aktionen der außergewöhnlichen Art. Von "letzter Patrone" als Motivations-Argument für einen sportlichen Umschwung war schon mal die Rede, vom Rücktritt auch, als er die Zebra-Mannschaft vor dem Spiel gegen Union Berlin wachrütteln wollte.
Neururer hat seit 1988 (Alemannia Aachen) als Trainer in der ersten und zweiten Liga gearbeitet. Stationen wie Schalke 04, Hertha BSC, Hannover 96, 1. FC Köln oder VfL Bochum pflastern seinen Weg. Zweistellig waren sie, und Peter Neururer war stets eine schillernde Figur in dem Geschäft, das er liebt.
Wie es mit dem MSV weiter geht, wird von Ungewissheit umgeben. Dem Anspruch, in dieser Saison den Wiederaufstieg zu schaffen, hinkt die Mannschaft weit hinterher. Dass der MSV "in die Bundesliga gehört", wie Neururer nach der Amtsübernahme vor großem Auditorium druckreif, aber vollmundig feststellte, machte sich prächtig als flotter Spruch, dem aber die Substanz fehlte. Da war er übrigens fest an der Seite von Walter Hellmich.
Nach Pierre Littbarski, MSV-Ikone Bernard Dietz, Norbert Meier, Jürgen Kohler und Rudi Bommer hatte Neururer einen eher umstrittenen Anstrich. Ob Weltmeister, Denkmal oder bunter "Hund" – Hellmich hat sie alle gerne um sich. Wer Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Ein ehemaliger Spieler, wie das jetzt so Sitte wird? Horst Steffen wäre wohl eine Alternative. Wer das Team in Koblenz betreut, wird heute bekannt gegeben.
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