2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 11.10 Uhr

MSV Duisburg
Der unwürdige Abgang des MSV

Obinna beleidigt Schiedsrichter und sieht Rot
Obinna beleidigt Schiedsrichter und sieht Rot FOTO: Screenshot ARD
Düsseldorf. Am Ende wurde es dann doch noch hässlich. Die Nerven lagen blank. Nichts Ungewöhnliches im Abstiegskampf, erst Recht nicht in der Relegation. Doch der Abgang des MSV Duisburg war unwürdig.

Es lief die 89. Minute, als bei Victor Obinna die Sicherungen komplett durchbrannten. Nach einem nicht gegebenem Elfmeter nach einem vermeintlichen Foul an Stanislav Iljutcenko beim Stand von 1:1 gegen die Würzburger Kickers stürmte Obinna auf Schiedsricher Tobias Stieler zu. Der Nigerianer schrie auf den Referee ein, der zunächst an seine Brust griff, um Gelb zu zeigen. Binnen Sekundenbruchteilen griff Stieler an sein Gesäß und zückte Rot.

Zu welcher Wortwahl Obinna gegriffen hatte, dürfte nach seinem zweiten Auftritt wenig später klar gewesen sein. Da schimpfte er in Richtung des Vierten Offiziellen Frank Willenborg: "Das war ein beschissener Elfmeter, ihr beschissenen Ziegen."

Und weg war er. Ein unwürdiger Abgang nach insgesamt zwei schwachen Auftritten gegen den Dritten der 3. Liga. Dass die ARD während der wüsten Schimpftirade, die im TV deutlich zu hören war, Eigenwerbung zur Serie "In aller Freundschaft" einblendete, war die bittere Pointe auf einen enttäuschenden Abend.

Reaktionen: "Der MSV gehört nicht in die 3. Liga"

Es war nicht die erste Negativ-Schlagzeile, die Obinna in den vergangenen Jahren schrieb. Nachdem der Nationalspieler 2009 noch mit Inter Mailand in Italien Meister wurde und zweimal den Supercup gewann und 2010 bei der WM spielte, folgte sein Abstieg.

Nach seinem Wechsel 2011 zu Lokomotive Moskau konnte er sich in Russland nicht durchsetzen und saß ein Jahr lang nur auf der Tribüne, angeblich hat es auch Probleme mit dem Manager gegeben, von einer möglichen Erpressung war sogar die Rede. Aus Russland kam der 29-Jährige schließlich zum MSV, mit dem er nun in die 3. Liga abstieg.

Duisburg - Würzburg FOTO: dpa, rwe hak

Gruev gibt direkten Wiederaufstieg als Ziel aus

Der Schock nach dem verpassten Klassenerhalt saß nach dem 1:2 im Rückspiel gegen die Kickers bei allen Beteiligten tief. Trainer Ilia Gruev gab den Wiederaufstieg als Ziel aus. "Der MSV gehört nicht in die 3. Liga. Wir werden alles tun, dass der Verein sofort zurückkommt", sagte der 46-Jährige.

Der Ex-Profi besitzt einen ligenunabhängigen Vertrag bis 2017, er soll bei den Meiderichern offenbar den Neuaufbau leiten. Ein arbeitsreicher und kurzer Sommer steht bevor: Die Verträge vieler Spieler gelten nur für die ersten beiden Profiligen, die 3. Liga startet bereits am 29. Juli.

Zudem sinken die Einnahmen, vor allem der Rückgang der TV-Einnahmen 5,67 Millionen Euro auf knapp 800.000 Euro stellt den wirtschaftlich angeschlagenen Verein drei Jahre nach dem Lizenzentzug vor die nächste schwere Aufgabe.

Die Planungen laufen allerdings bereits, wie Gruev versicherte: "Wir haben uns zweigleisig Gedanken gemacht. In den nächsten Tagen werde ich mit Ivo Grlic (MSV-Sportdirektor; Anm. d. Red.) noch enger im Austausch sein. Wir werden unser Konzept weiter verfeinern."

(are/sid)
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