Sperre nach Schwalbe?: Deutschlands dreistester Fußballer
zuletzt aktualisiert: 30.11.2006 - 15:28Düsseldorf (RPO). Schwalben sind im Fußball verpönt, doch nachträglich bestraft wurde bislang nur Andreas Möller im April 1995. Das könnte sich jetzt ändern. Sven Günther vom Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena ist auf kuriose Weise ins Blickfeld der DFB-Ermittler geraten.
Der Ex-Bundesligaprofi von Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg muss sich in Kürze wohl vor dem Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verantworten, weil er seine Schwalbe auf der Homepage des Hauptsponsors zugab und erläuterte.
Der Mittelfeldspieler holte mit einem Trick am 17. November einen Elfmeter im Zweitligaspiel gegen den SC Freiburg heraus. Vier Tage nach dem 2:1-Sieg seiner Elf gab er in einem TV-Interview zu Protokoll, dass "er es jederzeit wieder tun würde". Dies berichtet "Bild".
Dann jedoch wurde Günther noch dreister. Wie das Blatt weiter schreibt, erklärte der 32-Jährige später auf der Homepage von Jenas Hauptsponsor "rameder" stolz, wie sich der Betrug aus seiner Sicht abspielte.
Schiedsrichter stand ungünstig
"Ich hab schon gesehen, dass mein Gegenspieler auf mich zukommt. Also hab' ich einen Haken gemacht. Vorher hatte ich noch wahrgenommen, dass der Schiedsrichter in einem ganz schlechten Winkel stand", so Günther.
Der Hauptsponsor hat diese Passage mittlerweile von seiner Website entfernt. Ein Firmensprecher erklärte, dass dies geschehen sei, "um den Spieler zu schützen". - Zu spät. Dem DFB ist diese Aktion nicht verborgen geblieben und will ein Verfahren gegen den Schwalbenkönig einleiten.
Bislang ist Ex-Nationalspieler Andreas Möller der einzige Deutsche Fußballprofi, der für solch einen Betrug nachträglich gesperrt wurde. In Diensten von Borussia Dortmund ließ sich der Europameister von 1996 zu einer Schwalbe hinreißen und musste 10.000 DM Starfe zahlen. Zusätzlich wurde der Spielmacher für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen. Mal sehen, was Günther blüht.
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