Erst de Camargo, jetzt Fortuna: Die schwere Woche des Felix Brych
zuletzt aktualisiert: 14.02.2012 - 21:19Düsseldorf (RPO). Einer umstrittenen Entscheidung folgte die nächste: Nur fünf Tage nach seinem Pfiff zum unberechtigten Strafstoß beim DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach (0:2) hat Schiedsrichter Felix Brych erneut für Unmut gesorgt.
Musste der Unparteiische am vorigen Mittwoch über die vermeintliche Kopfnuss des Herthaners Hubnik gegen den Gladbacher Igor de Camargo entscheiden, sorgte er nun beim Zweitliga-Gipfel am Montagabend in Düsseldorf für reichlich Gesprächsstoff.
In der Schlussphase des Duells zwischen der Fortuna und Eintracht Frankfurt (1:1) entschied Brych nach Rücksprache mit seinem Assistenten Jan Hendrik Salver wieder auf Elfmeter. Brychs Pfiff zum Foulelfmeter kam spät und verärgerte die komplette Eintracht-Führung - erst recht, nachdem Jens Langeneke den Strafstoß verwandelt und der Fortuna in der Nachspielzeit den schmeichelhaften Ausgleich bescherte hatte.
Im Anschluss an diesen Elfmeter kam es auf dem Rasen zu einer Rudelbildung, weil Fortunas Sascha Rösler vor der Eintracht-Bank ausgiebig jubelte und sich ein hartes Wortgefecht mit Trainer Armin Veh lieferte. Veh hatte Fortuna und vor allem Rösler im Vorfeld des Spitzenspiels Schauspielerei und Theatralik vorgeworden. Brych schickte Veh auf die Tribüne und Rösler mit Gelb-Rot vom Platz.
Anders als in Berlin gab es nach Brychs Entscheidungen am Montag unterschiedliche Meinungen. Wurde Brych für die Schauspieleinlage de Camargos nur kritisiert, erhielt der Schiedsrichter für seine Leistung im Spitzenspiel der 2. Bundesliga auch Lob – natürlich von Düsseldorfer Seite. "Der Schiedsrichter hat eine Bombenleistung geboten", sagte Fortuna-Manager Wolf Werner nach der Partie. Auch Düsseldorfs Trainer Norbert Meier zollte dem Unparteiischen und seinem Gespann Respekt: "Den Elfmeter kann man geben, der Schiedsrichter-Assistent hatte die beste Sicht. Hut ab vor seiner Entscheidung"
Anders die Befindlichkeiten in Frankfurt. Sportdirektor Bruno Hübner tobte nach der Entscheidung Brychs in den Katakomben der Düsseldorfer Arena. "Das ist eine Katastrophe, so ein lächerlicher Elfmeter", sagte, nein, schnaubte Hübner. Das sei "die ganze Scheiße", die Veh im Vorfeld des Topspiels in Düsseldorf gemeint habe, als er Rösler "Fallsucht" vorgeworfen hatte. "Hier in Düsseldorf", empfahl der aufgebrachte Hübner, "sollen sich alle mal hinterfragen."
Der 36-jährige Brych hat nach dem Spiel in Düsseldorf geschwiegen - wie schon nach der Pokal-Partie zwischen Berlin und Gladbach. Brych spürt allerdings die wachsende Belastung in seinem Job. "Ich glaube schon, dass der Druck durchaus größer wird. Wir sind Einzelsportler", hatte er dem Fernsehsender Sky Sport News HD im Januar gesagt. Deshalb wünscht er sich mehr Unterstützung durch technische Hilfsmittel wie etwa die Torkamera. "Eine Fehlerquelle würde ausgeschlossen werden können."
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