MSV Duisburg: Fan-Ansturm
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 27.06.2005 - 09:51Duisburg (RP). Rund 7.000 mögen es gewesen sein, die sich gestern die ersten Ballberührungen der Zebras nicht entgehen lassen wollten. Die Mannschaft wird zunächst getragen von großer Sympathie. Erstes Ungemach: Voss verletzt
Ein sehr angenehmer Auftakt war das für den MSV. Jedenfalls vom Wetter. Und vom sensationellen Zulauf der nach der Bundesliga „hungernden“ Anhängerschar. Die Sonne lachte dazu, als die Zebras durch das beachtlich dichte Spalier der interessierten Fans zum ersten Ballkontakt auf den Übungsplatz im Meidericher Trainingszentrum marschierten. Trainer Norbert Meier präsentierte, wie mit den Fotografen verabredet, kurz zuvor die sieben neuen Zebras, die sich anschicken, mit den Kollegen des 23 Mann starken Kaders eine Saison zu einem guten Erfolg zu bringen, von der man jetzt noch nicht weiß, wie sie verlaufen wird.
Die rund 7.000 schon mal das Morgen. Sie werden’s wohl schwer haben, die Zebras. Eine Meinung. Die andere: Warum sollen sie es nicht den Bielefeldern, Nürnbergern oder Mainzern nachmachen, die die letzte Saison als Neulinge ohne Schaden überstanden haben?
Der Chef marschiert wie immer als Optimist voran. Gestern besonders gut gelaunt. Er sei heiß auf die Bundesliga, meinte Walter Hellmich. Schön, dass mit Signore Trapattoni als neuer Chef der Stuttgartern gleich ein großer Trainer in der MSV-Arena seine Aufwartung macht beim Saisonstart. Das schürt nicht nur beim Vorsitzenden die Vorfreude. Es wird nicht lange dauern, bis die Arena meldet, sie sei ausverkauft. Die Schwaben mit dem Star-Coach zum Auftakt - ein Start nach Maß.
Verrückt nach der Bundesliga
Er sei sicher, sagt Walter Hellmich, dass die Mannschaft das Zeug dazu habe, in der Eliteliga zu bestehen. Immerhin, es hat sich viel bewegt seit dem viel umjubelten Aufstieg am 9. Mai in Frankfurt. Fast 10.000 Dauerkarten sind unters plötzlich wieder Fußball verrückte Fan-Volk gebracht, gleichsam wie warme Semmeln - Vereinsrekord. Die Aufbruchstimmung rund um den Verein hat auch viele erreicht, die sich von den Zebras abgewendet haben auf Grund der fünf Jahre währenden sportlichen Dürre in Liga zwo. Jetzt kommen sie wieder.
Gestern war also das erste Training, ein lockerer Aufgalopp. Der geriet zum Beifallssturm. Rings um den Übungsplatz herrschte ausgelassene Stimmung. Der aufgerüstete Biergarten war rappelvoll. In Dreierreihen standen die Fans und registrierten jede Bewegung vor allem der Neuen. Marino Biliskov, Markus Hausweiler, Radzundara Tjikuzu, Tobias Willi, Uwe Möhrle, Kai Michalke und Mike Rietpietsch liefen ein ins Geschehen - erst mal getragen von wohlwollender Fan-Sympathie. Ein neuer Stürmer war im Übrigen Fehlanzeige. Mit dem geplatzten Transfer von Klemen Lavric ergibt sich die Situation, dass weiter gefahndet werden muss nach einem Angreifer von Format.
Ab sofort geht es in die Vollen. Norbert Meier weiß, was er an Arbeit leisten muss. Mannschaftliche Geschlossenheit, kompakte Disziplin, hundertprozentige Fitness sind vor allem gefragt. Erstes Malheur beim ersten Training: Andreas Voss verdrehte sich das Knie - heute die fällige Kernspintomographie...
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