2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 13.19 Uhr

Fußball–Fan schwebte in Lebensgefahr
Schock nach schweren Ausschreitungen in Köln

FC Schalke 04 gegen 1.FC Köln: Fan schwebte nach Ausschreitungen in Lebensgefahr
Polzisten führen eien Randalierer in Köln ab. FOTO: dpa, Costa Belibasakis
Köln/Berlin. Vor dem Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04 ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Ein Fan wurde so schwer verletzt, dass er zwischenzeitlich in Lebensgefahr schwebte. Beim Fan-Kongress in Berlin sorgte die Nachricht für Entsetzen.

Vor dem Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04 ist es zu heftigen Ausschreitungen gekommen, bei denen ein 40 Jahre alter Schalker Anhänger schwer verletzt wurde. Rund 300 Anhänger beider Vereine hätten sich vor der Partie in der Innenstadt getroffen und aufeinander eingeprügelt, berichtete die Polizei. Ein Fan sei so schwer verletzt worden, dass er aufgrund seiner Kopfverletzungen zunächst in Lebensgefahr schwebte. Am Samstagabend gab es Entwarnung.

"Nach derzeitigem Kenntnisstand ist er mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr", teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Erklärung mit. Er sei nach einer Notoperation außer Lebensgefahr, sagte  die Polizei am Sonntagvormittag.

Es seien mehrere Personen vorläufig festgenommen worden. Eine genaue Zahl wollte eine Sprecherin der Kölner Polizei am Sonntag nicht nennen."Wir prüfen, inwieweit sie in die Vorfälle involviert waren", sagte eine Polizeisprecherin. Die Kriminalpolizei hat eine Mordkommission eingerichtet. Der 2:1-Sieg des Zweitliga-Tabellenführers aus Köln gegen den Erstligisten aus Gelsenkirchen geriet zur Nebensache. Der "Kölner Express" berichtet am Sonntag, dass auch Dortmunder Hooligans an den Ausschreitung beteiligt gewesen sein sollen.

Keine Angaben machte die Polizei, wie der Schalke-Anhänger am Kopf verletzt wurde – ob durch einen Schlag mit einem Gegenstand oder durch Schläge oder Tritte.

Diskussionen beim Fan-Kongress

In Berlin herrschte beim zentralen Fan-Kongress Entsetzen nach Bekanntwerden der Ausschreitungen. Dort diskutierten Fans und Verbandsverantwortliche am Samstag über Wege zu einem friedlichem Miteinander. "Das können wir absolut nicht gutheißen, wir sind schockiert", sagte der Sprecher der Organisation "ProFans", Alex Schulz. "Das Problem ist, dass das Leute sind, die wir nicht erreichen", erklärte Schulz.

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hat am Sonntag die schweren Krawalle vor dem Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 (2:1) hart kritisiert. "Es ist schade, dass diese Dinge auch den Fan-Kongress überlagern. Aber diese Leute erreichen wir nicht. Diese Vögel werden wir mit keinem Konzept der Welt einfangen", sagte Rettig vor 700 Fan-Vertretern.

Der frühere Bundesliga-Manager forderte die 86 Fan-Gruppen auf, ihre Arbeit für ein freundlicheres Stadionerlebnis fortzusetzen. "Dass, was in Köln passiert ist, darf uns nicht davon abhalten, dass wir uns die Hände reichen", sagte Rettig.

NRW-Innenminister verärgert Fanszene

Dennoch dürften diese Vorkommnisse die ohnehin hitzigen Diskussionen weiter befeuern. In einem Brief, den NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) den Fankongress-Organisatoren übermittelt hatte, prangerte der Politiker an: "Straftäter reisen quer durch Deutschland, provozieren auf dem Weg zum Stadion Krawalle und Ausschreitungen."

Diese Aussagen wiederum verärgerte die Fanszene. "Diese Worte, die er an uns richtet, sind eine Kampfansage", sagte Sig Zelt von "ProFans". Der Innenminister setze Fußball-Fans mit Intensivtätern gleich, gegen die in Zukunft noch härter vorgegangen werde. Der Kongress stehe für eine gewisse Differenzierung. Dass "eine Politik der harten Hand" zum Erfolg führe, könne er sich nicht vorstellen, meinte Zelts Kollege Jakob Falk, ehe die Nachricht aus Köln eintraf.

Sportlich verdarben die Fußballer aus der Domstadt den Schalkern eine Woche vor dem Rückrundenstart die Generalprobe. Der Zweitligist siegte Dank der Tore von Anthony Ujah (18. Minute) und Thomas Bröker (46.) mit 1:2 (1:1). Jefferson Farfan (43.) traf zunächst für die Gäste und verschoss in der 90. Minute einen Foulelfmeter.

(lnw)
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