2. Fußball-Bundesliga: Fortuna visiert Aufstiegsplatz an
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 13.12.2009 - 12:05Düsseldorf (RPO). Am Sonntag (ab 13.30 Uhr im Live-Ticker) gegen RW Oberhausen muss Fortuna Ranisav Jovanovic ersetzen. Axel Lawarée und Marcel Gaus warten auf ihre Chance.
Der Deutsche Fußball-Bund blieb hart. So viel Fortuna in der mündlichen Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht auch versuchte - der Verband bestätigte die Vier-Spiele-Sperre gegen Ranisav Jovanovic.
Die Argumentation des Zweitliga-Aufsteigers stützte sich darauf, dass der Schiedsrichter-Assistent im Spiel gegen Arminia Bielefeld (3:2) freie Sicht auf die angebliche Tätlichkeit Jovanovic’ gegen Andre Mijatovic gehabt habe, wodurch eine nicht anfechtbare Tatsachenentscheidung vorliege. Dem folgte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, jedoch nicht.
Damit muss Fortuna leben. Fast schon ein Hohn jedoch, dass Lorenz in seiner Begründung angab, das Strafmaß für Tätlichkeiten beginne bei sechs Wochen. Er habe es aber auf vier Spiele reduziert, weil der fraglichen Szene ein Foul von Mijatovic vorausgegangen sei. Reduziert? Der Fortuna-Stürmer darf am 29. Januar in Koblenz erstmals wieder spielen - dann werden seit der Verhandlung am Freitag auf den Tag genau sieben Wochen vergangen sein. Tolle Reduzierung.
Fortuna - Oberhausen
Geplante Aufstellung: Ratajczak - Weber, Yuki, Langeneke, van den Bergh - Sieger - Zoundi, Lambertz, Fink - Lawarée (Gaus), Harnik.
Ohne sechs: Neben Jovanovic fallen auch Costa (fünfte Gelbe Karte) sowie die verletzten Anderson, Bulykin, Cakir und Christ aus.
Besser als die bemerkenswerten Zahlenspiele des Sportgerichts gefallen Fortuna derzeit die Zahlen aus den Vorverkaufsstellen. Es besteht kein Zweifel, dass gegen RW Oberhausen der Zweitliga-Vereinsrekord von 30.300 Zuschauern aus der Bielefeld-Partie geknackt wird. „Das ist sensationell“, sagt Trainer Norbert Meier, der nicht oft zu Superlativen greift. „Es ist phänomenal für einen Sportler, wenn er in einem gut gefüllten, großen Stadion antreten darf.“
Aber welcher Stürmer darf dieses Erlebnis an der Seite von Martin Harnik auskosten? Axel Lawarée und Marcel Gaus sind die Favoriten, und beide hätten sich die Chance, Fortunas erfolgreichsten Torjäger der Saison (sieben Treffer) zu vertreten, redlich verdient.
Der 36-jährige Lawarée beendet am Saisonende voraussichtlich seine Karriere. Die Zweitliga-Saison ist so etwas wie seine Abschiedstournee - „und die soll er genießen“, sagt Meier. Klar, dass das auf dem Platz leichter fällt als auf der Ersatzbank.
Der 15 Jahre jüngere Gaus wurde zuletzt mehrfach eingewechselt, war beim 4:1 in Ahlen auch schon unter den Torschützen. Jüngst ließ ihn Meier aber in der zweiten Mannschaft antreten, „denn es soll für die jungen Leute nicht zur Gewohnheit werden, zum Zweitliga-Kader zu gehören“.
In Sebastian Heidinger, der nach seiner Einwechslung in München stark auftrumpfte, gibt es auch noch eine dritte Sturm-Option. „Heidi“ aber wäre als offensivere Variante zu Oliver Fink auf der linken Außenbahn wohl noch stärker. Wie auch immer: Fortunas Fans dürfen darauf vertrauen, dass Meier erneut die richtige Wahl trifft.
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