2. Bundesliga: Fortunas eiskalter Jahresausklang
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 19.12.2009 - 08:47Rostock (RP). Minus zehn Grad und Schneetreiben: Deutschlands hoher Norden präsentiert sich passend zum Zweitliga-Fußballspiel der Düsseldorfer bei Hansa Rostock (Samstag, 13 Uhr im Live-Ticker) sehr rau.
Freitagmittag machte sich der Fortuna-Tross auf den Weg an die Ostsee - per Flugzeug vom Köln-Bonner-Airport aus. Als Spieler und Trainer des Fußball-Zweitligisten mit reichlich Verspätung auf dem Flughafen Rostock-Laage landeten, empfing sie mit minus zehn Grad und Schneetreiben ein noch rustikaleres Klima als im Rheinland.
Im Verbund mit dem frischen Ostseewind lernen die Mannschaft und die 1300 mitgereisten Fans also im Zweitligaspiel bei Hansa Rostock (13 Uhr) den deutschen Norden von seiner besten Seite kennen.
Es ist der kühle Abschied von einer heißen Hinrunde. 30 Punkte hat der Aufsteiger in den bislang 16 Partien gesammelt - eine überragende Bilanz. Dass die jüngste Etappe, das 2:0 gegen Oberhausen, nicht gerade das rauschendste Fußballfest lieferte, stört Trainer Norbert Meier verständlicherweise wenig. „Die Highlight-Spiele in einer Saison sind nun einmal begrenzt“, sagt der 51-Jährige. „Wichtig ist, dass man gerade die Partien gewinnt, in denen man nur wenige Torchancen hat - wie wir gegen RWO.“
Rostock - Fortuna
Geplante Aufstellung Ratajczak - Weber, Anderson, Langeneke, van den Bergh - Costa - Zoundi, Lambertz, Fink (Sieger) - Harnik, Heidinger.
Es fehlen Jovanovic (gesperrt), Cakir, Christ, Bulykin (verletzt)
Schiedsrichter Günter Perl pfeift die Partie in Rostock. Vor einem Jahr leitete er auch die Begegnung in Dresden, die die Düsseldorfer mit 2:0 gewannen. Außerdem war der Unparteiische aus dem bayerischen Pullach im Mai 2008 beim 1:1 in Braunschweig im Einsatz. Seine heutigen Assistenten heißen Josef Maier und Eduard Beitinger, der vierte Offizielle ist Matthias Anklam.
Deshalb hat der Coach auch einige Zuversicht mit nach Rostock genommen. Und das, obwohl nach wie vor wichtige Spieler verletzt und gesperrt ausfallen. Vielleicht fördert das ständige Improvisieren, das Ins-kalte-Wasser-Werfen vermeintlicher Ersatzspieler die Konzentration, verhindert das Unterschätzen von Gegnern, die in der Tabelle weiter unten platziert sind.
Die Gefahr besteht theoretisch auch in Rostock, da Hansa als Fünfzehnter elf Punkte weniger eingefahren hat als der Aufsteiger. „Im Training hat aber nichts darauf hingedeutet, dass die Jungs leichtfertig an die Sache herangehen könnten“, versichert Meier.
Claus Costa und Patrick Zoundi wird das ohnehin nicht passieren. Sie brennen trotz einiger Zipperlein auf ihren Einsatz - Zoundi hat sich ja gerade erst einen Platz im rechten Mittelfeld erobert, Costa fehlte gegen Oberhausen und wurde von Stephan Sieger bestens vertreten. „Vielleicht bringe ich beide, Claus und Stephan, wir haben schließlich ein Auswärtsspiel“, sagt der Coach - dafür müsste er jedoch sein bewährtes System ändern.
Am Freitag beim Abschlusstraining auf dem ordentlich verschneiten Amateur-Platz Hansas boten sich jedenfalls alle 18 Kadermitglieder mit sichtlicher Spielfreude für einen Einsatz an, hatten viel Spaß.
Am Abend dann empfing der Coach im Rostocker Hotel erst einmal Damenbesuch - von seiner Schwester, die an der Ostsee wohnt. Ein Vorgeschmack auf den Weihnachtsurlaub, der so kurz ist wie nie. Schon elf Tage nach Rostock steht mit dem Hallenturnier in Oldenburg der nächste Wettbewerb an. Zoundi ist dann bereits in wärmeren Gefilden: Er bereitet sich ab dem zweiten Weihnachtstag mit dem Nationalteam Burkina Fasos auf den Afrika-Cup vor. Bei erfolgreichem Verlauf fehlt Zoundi der Fortuna bis Februar - aber mit Improvisieren kennt Meier sich ja aus.
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