Frankfurter Aufstiegsparty mit 15.000 Fans: Funkel genießt das "einfach geile Gefühl"
zuletzt aktualisiert: 23.05.2005 - 10:30Frankfurt/Main (rpo). Friedhelm Funkel hat als Trainer schon einiges mitgemacht. Eine Aufstiegsparty allerdings wie die in Frankfurt am Sonntagabend war selbst für den 51-Jährigen Neuland. "Das ist das emotional Schönste und Größte, was ich je erlebt habe. Es ist einfach ein geiles Gefühl", erklärte Funkel nach der Rückkehr seiner Eintracht in die Bundesliga.
Aus dem Erfolgsrezept für den dritten Aufstieg nach 1999 und 2003 machte der 51-Jährige kein Geheimnis: "Der Schlüssel war, dass wir immer an uns geglaubt haben, obwohl uns viele schon abgeschrieben hatten." Die feucht-fröhlichen Gesänge auf dem Balkon des Römers erinnerten an die Party nach der Rückkehr von Vize-Weltmeister Deutschland 2002. "Aber das hier war viel besser und bisher einmalig", staunte Frankfurts Bürgermeister Achim Vandreike.
Während geschätzte 15.000 Fans ihre Helden am Sonntagabend auf dem Römerberg trotz sintflutartiger Niederschläge über Stunden frenetisch feierten, blieb den Profis nur wenig Zeit für nüchterne Analysen. "Eins steht aber fest, wir können auch in der ersten Liga bestehen. In dieser Mannschaft stimmt es, deshalb brauchen wir uns vor niemandem zu verstecken", erklärte Offensivspieler Jermaine Jones, ehe er zusammen mit seinen durchnässten Kollegen zum "Absacken" in die Frankfurter Szene-Disco Galerie entschwand.
Zu diesem Zeitpunkt waren längst Dutzende Glückwunsch-Telegramme und -Faxe auf der Eintracht-Geschäftsstelle eingetroffen. Sogar WM-OK-Präsident Franz Beckenbauer ließ wissen, dass er sich über den direkten Wiederaufstieg der Frankfurter nach 1999 und 2003 freue: "So ein Traditionsverein mit einem solchen Stadion gehört einfach in die Bundesliga", befand der "Kaiser".
Funkel nun "Rekordaufsteiger"
Auch für Funkel, der mit nun fünf Aufstiegen diesbezüglicher Rekordhalter der Trainergilde ist und bereits im März seinen Vertrag bis 2006 verlängert hatte, war der Erfolg letztlich keine Überraschung. "Es herrschte ein unglaublicher Teamspirit, den ich so noch nie erlebt habe", lobte der Rheinländer seine "jungen Wilden" - neun Spieler sind 24 Jahre oder jünger. "Dieses Konzept, mit Talenten zu operieren, hat sich bewährt", bilanzierte Vorstandschef Heribert Bruchhagen zufrieden.
Die Zahlen der famosen Aufholjagd in der Rückrunde sprechen eine deutliche Sprache: Nur ein Gegentor kassierte die heimstärkste Zweitliga-Mannschaft der Saison nach der Winterpause in der eigenen Arena, in 12 von 17 Partien hielt Keeper Markus Pröll seinen Kasten sauber. Trotzdem erzielte der Uefa-Cup-Sieger von 1980 mit 65 Treffern die meisten Tore im Unterhaus.
Während sich die Profis nach einem Freundschaftsspiel in Klein-Karben am Dienstag ab Mitte der Woche in einen vierwöchigen Urlaub verabschieden, wird die Eintracht-Führungsriege in den kommenden Tagen die Personalplanungen forcieren, um das "klare Ziel Klassenerhalt" (Bruchhagen) realisieren zu können. "Wir wollen noch vier, fünf gestandene Spieler verpflichten", kündigte der Klubboss an und taxierte den Etat für die kommende Saison auf 37 Millionen Euro. Beim Aufstieg vor zwei Jahren waren es nur knapp 25 Millionen gewesen.
Copado und Preuß schon verpflichtet
Neben der Verpflichtung von Francisco Copado (SpVgg Unterhaching) ist auch die Rückkehr von Christoph Preuß (VfL Bochum) perfekt. Der 23-Jahre alte Mittelfeldspieler feierte am Sonntag bereits ausgelassen mit seinen Kollegen. Auch die nur ausgeliehenen Jones (Bayer Leverkusen) und Alexander Meier (Hamburger SV), der eine Ablöse von einer Million Euro kosten soll, wollen am Main bleiben und sollen unbedingt gehalten werden.
Auf der Suche nach einem Stürmer ist Nationalspieler Mike Hanke von Schalke 04 laut Bruchhagen "kein Thema". Dagegen hat die Eintracht Interesse an Ioannis Amanatidis (1. FC Kaiserslautern) bekundet. Der griechische Nationalspieler war in der Rückrunde der vergangenen Saison vom VfB Stuttgart an Frankfurt ausgeliehen und hatte mit sechs Treffern in 15 Spielen überzeugt.
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