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FC Hansa Rostock - FC St. Pauli
  Foto: dpa, Robert Schlesinger
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Fan-Ausschreitungen: Hansa Rostock mit Geisterspiel bestraft

zuletzt aktualisiert: 07.12.2011 - 16:30

Düsseldorf (RPO). Die Aufbruchsstimmung bei Hansa Rostock währte nur kurz: Wenige Stunden nach der Vorstellung des neuen Trainers Wolfgang Wolf verurteilte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten zu einem Heimspiel ohne Zuschauer. Ausgerechnet an Wolfs erstem Arbeitstag musste der Klub damit einen bitteren Rückschlag hinnehmen, denn bei dem "Geisterspiel" ausgerechnet im Ost-Duell gegen Dynamo Dresden am 18. Dezember entgehen den ohnehin klammen Rostockern mehrere Hunderttausend Euro.

"Der DFB hat uns signalisiert, dass aufgrund der Qualität und Quantität der Ausschreitungen, die auch in der Vergangenheit unangenehme Begleiterscheinungen des FC Hansa waren, ein Einspruch gegen dieses Urteil keine Aussicht auf Erfolg hätte", sagte Hansa-Vorstandschef Bernd Hofmann am Abend und begründete, warum die Rostocker keine weiteren Rechtsmittel einlegten und dem Urteil zustimmten. Damit findet das Heimdebüt von Wolf, der die Nachfolge des am Dienstag entlassenen Peter Vollmann antritt, gegen Dresden vor leeren Rängen statt.

Hofmann ist allerdings enttäuscht über das Urteil. "Drakonische Strafen für den Verein werden die Ursachen dieser kriminellen Handlungen nicht beheben. Dazu ist neben nachhaltiger Präventionsarbeit eine strafrechtliche Verfolgung und Verurteilung der Straftäter durch die gesellschaftlichen Instanzen notwendig", sagte er.

Hansa hofft auf Vernunft der Fans

Um den finanziellen Schaden so gering wie möglich zu halten, setzt der Verein auch auf Unterstützung durch seine Fans. "Es gab von vielen Anhängern das Bekenntnis, bereits erworbene Eintrittskarten nicht zurückzugeben oder umzutauschen. Der Vorstand würde diesen Vorschlag gerne aufnehmen", sagte Hofmann.

Mit dem Urteil ahndete das Sportgericht die Krawalle im Heimspiel der Mecklenburger gegen den FC St. Pauli (1:3) am 19. November. Während der Begegnung hatten Hansa-Chaoten Feuerwerkskörper in den Gästeblock geschossen und so eine Spielunterbrechung provoziert. Zuvor hatten Pauli-Anhänger Pyrotechnik und Knallkörper gezündet. Die Strafe gegen St. Pauli wurde unterdessen auf 8000 Euro festgelegt. Der DFB-Kontrollausschuss hatte 20.000 Euro gefordert.

Dabei hatte der ehemalige Bundesligatrainer Wolf am Mittwochmittag noch Hoffnung und Zuversicht verbreitet. "Nach meiner Auszeit brenne ich und bin heiß auf das Geschäft. Ich bin überzeugt, dass wir die Klasse halten. Dafür müssen wir aber anders auftreten", sagte Wolf, der bereits am Freitag im Spiel beim SC Paderborn auf der Bank sitzen wird: "Wir brauchen Leidenschaft und Zweikampfstärke. Jeder muss für jeden da sein." Mit dieser Einstellung will der im Februar bei den Offenbacher Kickers entlassene Trainer die leckgeschlagene Hansa-Kogge vor dem Untergang retten.

Auf Wolf, der am Mittwochnachmittag erstmals das Training leitete, wartet aber auch sportlich eine schwierige Aufgabe. Vor allem im Angriff erwies sich der Aufsteiger bisher als zahnloser Tiger: Gerade einmal 11 Tore erzielte das Team in 17 Spielen. Seine Hoffnungen ruhen daher vor allem auf dem in der Hinrunde lange verletzten Marek Mintal. Wolf hatte den Slowaken 2003 nach Nürnberg geholt, unter ihm wurde Mintal in der Saison 2004/2005 Bundesliga-Torschützenkönig.

Rostock war in dieser Saison bereits nach dem Spiel bei Eintracht Frankfurt für seine gewalttätigen Fans verurteilt worden. Hansa musste bei zwei Auswärtsspielen auf seine Anhänger verzichten und den betroffenen Vereinen Erzgebirge Aue und Fortuna Düsseldorf je 25.000 Euro Schadenersatz zahlen. Der Hauptsponsor (Veolia) hatte nach den Ausschreitungen gegen St. Pauli bereits seinen Rückzug nach Ablauf der Saison angekündigt.

Quelle: sid

 
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