Fan-Krawalle beim Nordderby: Hansa schließt Südtribüne
zuletzt aktualisiert: 01.12.2011 - 18:05Rostock (RPO). Zweitligist Hansa Rostock schließt mit sofortiger Wirkung die Südtribüne in der Rostocker Arena. Jahreskarteninhaber werden auf andere Blöcke verwiesen. Der Verein reagierte damit auf eine Gespräch des Hansa-Vorstands mit Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier und dem Rostocker Polizeipräsidenten Thomas Laum am Donnerstagnachmittag.
"Ich möchte darauf hinwirken, dass Staatsanwaltschaft und Justiz eine schnellere Abwicklung der Strafanträge und eine härtere Bestrafung sicherstellen", sagte Caffier nach dem Gespräch.
Ohnehin droht dem Fußball-Zweitligisten ein Spiel vor leeren Rängen. Der Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses nach den neuerlichen Ausschreitungen von Hansa-Anhängern sieht ein Liga-Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor. "Wir halten eine härtere Sanktion für angebracht", sagte der Ausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner. Das Fehlverhalten der Rostocker Zuschauer zog in dieser Saison unter anderem schon den Ausschluss der Fans bei den Auswärtsspielen in Aue und Düsseldorf nach sich.
Hofmann beklagt Verletzung von Vereinbarungen
"Der im Juni mit der aktiven Fanszene beschlossene Kodex wurde mit Füßen getreten", begründete Hansas Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann die Entscheidung. Die Hansa-Anhänger hatten der Vereinsführung vor Saisonbeginn einen Verzicht auf Pyrotechnik auf der Fantribüne versprochen.
Zuletzt hatte jedoch am 19. November das Spiel zwischen Hansa und St. Pauli zwischenzeitlich unterbrochen werden müssen, nachdem im Rostocker Block Böller abgefeuert und drei Feuerwerkskörper in Richtung des Gästeblocks geschossen worden waren. Ähnliche Szenen gab es nach Spielschluss. Zudem warfen Rostocker Zuschauer während des Spiels Bananen, Feuerzeuge und andere Gegenstände auf den Rasen.
Der Hamburger Spieler Deniz Naki wurde von einer Banane getroffen.
St. Pauli droht Geldstrafe
Auch im Block der St.-Pauli-Anhänger waren Bengalos gezündet worden. Dafür droht dem Klub eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro. Im Strafantrag sei zudem vermerkt, dass die Gästefans bei der Bekanntgabe der Rostocker Aufstellung diskriminierende Äußerungen skandiert hätten, hieß es in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes DFB. Insgesamt waren nach Polizeiangaben zehn Personen verletzt worden.
Beide Klubs haben bis Dienstag Zeit, zu den Strafanträgen Stellung zu nehmen. Danach entscheidet das DFB-Sportgericht.
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