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Düsseldorf - Berlin 1:2: Hertha beendet Fortunas Serie

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 - 22:14

Düsseldorf (RPO). Die Heimserie von Fortuna Düsseldorf ist gerissen. Gegen Hertha BSC unterlag die Mannschaft von Trainer Norbert Meier, die im Vorjahr im heimischen Stadion ungeschlagen blieb, mit 1:2. Durch die zweite Pleite im zweiten Ligaspiel ist der Fehlstart perfekt gemacht.

Die gute alte Berliner Hertha ist sich ihrer Sache offenbar ziemlich sicher. Bereits vor dem zweiten Punktspieleinsatz in der 2. Fußball-Bundesliga stellte der Verein einen Aufstiegs-Countdown auf seine Internetseite, der am letzten Spieltag die Nullposition erreicht.

„Wir haben alle immer gesagt, dass wir nur ein Ziel haben – an diesem Tag erstklassig zu sein“, erklärte Herthas Manager Michael Preetz. „Dafür steht dieser Aufstiegs-Countdown.“ Für die Gegner Herthas, wie etwa Montagabend die Düsseldorfer Fortuna, ist er eine nette Zusatzmotivation. Pech nur, wenn man nicht in der Lage ist, diese Motivation zu nutzen.

Die Mannschaft von Trainer Norbert Meier tat’s nicht, unterlag den Berlinern 1:2 und kassierte damit die erste Heimniederlage seit mehr als 16 Monaten. Am 19. April 2009 war es, damals noch in der Dritten Liga, ebenfalls eine Mannschaft aus der Hauptstadt, die als letzte alle Punkte aus Düsseldorf entführte – die Union aus dem schönen Stadtteil Köpenick.

Info

Herr Jovanovic, wie haben Sie das Spiel gesehen?

Jovanovic: Das erste Gegentor hat uns geschockt. Nach dem 0:2 war es für uns sehr schwer, wieder reinzukommen. In der zweiten Halbzeit haben wir gekämpft ohne Ende.

Was muss Fortuna tun, damit es im nächsten Spiel endlich mit dem ersten Zähler klapp?

Jovanovic: Wenn wir da so spielen wie heute, ist mir nicht bange.

Wie haben Sie den Platzverweis gegen Bröker gesehen?

Jovanovic: Das war wirklich bitter. Der Gegenspieler tritt dem Bröki nach dem Pass von mir in die Hacken. Das war ein niemals eine Schwalbe, die Rote Karte war völlig ungerechfertigt.

Deren große Schwester aus Charlottenburg tat sich zunächst schwer gegen Fortuna. Kein Wunder, der Frust saß tief nach den beiden Auftaktpleiten in Koblenz (Pokal/0:1) und Cottbus (0:2). Nichts deutete in den ersten 20 Minuten darauf hin, dass der große Favorit Hertha BSC einen Blumentopf gewinnen könnte, im Gegenteil: Der gebürtige Berliner Ranisav Jovanovic leitete mehrfach mit geschicktem Direktspiel gefährliche Angriffe ein, und die Millionen-Truppe von Trainer Markus Babbel machte in dieser Anfangsphase lediglich durch einige Schnitzer auf sich aufmerksam.

Eine simple Szene genügte jedoch, all dies gänzlich auf den Kopf zu stellen. Bei einer Freistoßflanke von Nikita Rukavytsya fühlte sich erstaunlicherweise niemand in der Deckung der Gastgeber für Rob Friend verantwortlich, und der Ex-Gladbacher nutzte diesen Tiefschlaf zum 0:1. Ein Wirkungstreffer, wie sich sehr bald zeigen sollte.

Fortuna erstarrte, sah völlig unbeteiligt zu, wie Valeri Domovchiyski den zweiten Treffer nachlegte – und zwischendurch hätte der Mann mit dem Zungenbrecher-Namen sogar noch einmal zuschlagen können. Da aber setzte er den Ball noch völlig unbedrängt am Kasten vorbei. Wenn man zum weiteren Auftritt der Düsseldorfer etwas Positives anmerken möchte, dann war es die Kampfbereitschaft.

Fortuna machte nach dem Wechsel Druck, wurde von ihren treuen Fans auch lautstark nach vorn gepeitscht. Wie lange diese Allianz angesichts der Fehlerquote in der äußerst brüchigen Abwehr noch halten wird, muss man abwarten. Wenigstens gab es dank Wellingtons Schuss das erste Erfolgserlebnis der Saison.

Natürlich bleibt festzuhalten, dass beide Vereine mit ungleichen Waffen gegeneinander antraten, da Hertha finanziell in einer ganz anderen Liga spielt. Das aber kann nicht alle Unzulänglichkeiten Fortunas entschuldigen. Dazu zählt auch der Auftritt von Thomas Bröker – erst spät eingewechselt sah er die Gelb-Rote-Karte.


Statistik:

Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Tiago, Langeneke, van den Bergh - Costa (79. Bröker) - Zoundi, Lambertz - Christ (46. Dum) - Torghelle (46. Wellington), Jovanovic. - Trainer: Meier

Berlin: Aerts - Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiaschwili - Niemeyer - Domowtschiski (78. Ronny), Perdedaj - Rukavytsya (69. Raffael), Friend, Ramos. - Trainer: Babbel

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen) 

Tore: 0:1 Friend (25.), 0:2 Domowtschiski (30.), 1:2 Wellington (81.)

Zuschauer: 30.629

Gelb-Rote Karte: Bröker wegen unsportlichen Verhaltens (90.+2)

Gelbe Karten: - Perdedaj, Lell

Torschüsse: 16:12 

Ecken: 4:2

Fouls: 13:23

Quelle: RP

 
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