Finanzspritze für 1860: "König der Löwen" in München gelandet
zuletzt aktualisiert: 10.04.2011 - 11:48München (RPO). Die großen Geldkoffer hatte Hasan Abdullah Ismaik noch nicht dabei, als er am Samstag aus seinem Privatjet am Münchner Flughafen stieg. Allerdings bestehen kaum noch Zweifel daran, dass der Jordanier großes Interesse hat, der neue "König der Löwen" zu werden und dem finanziell angeschlagenen Fußball-Traditionsklubs 1860 München mit einer Finanzspritze in Höhe von geschätzten 33 Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Sollte Ismaik einsteigen, würde er die Summe verteilt auf mehrere Jahre zahlen und im Gegenzug 49 Prozent der Anteile des Zweitligisten erwerben.
Beim souveränen 4:0-Sieg der Löwen gegen Energie Cottbus saß der 34-Jährige neben Vereinspräsident Dieter Schneider in einer Loge in der Münchner Allianz Arena - und war verzückt vom Auftreten seines potenziellen neues Vereins.
Hellblaue Krawatte und blau-weißer Löwenschal
Mit hellblauer Krawatte und einem blau-weißen Löwenschal um den Hals reckte der Geschäftsmann, der sein Geld mit Öl-Immobilien verdient, bei gelungenen Aktionen den Daumen in die Luft und klatschte bei den Treffern mit einem Lachen im Gesicht energisch Beifall. "Es war ein gutes Spiel", sagte Ismail in gebrochenem Englisch nach dem Abpfiff.
Vor der Begegnung zeigte er sich kurz im Presseraum und gab mit Hilfe eines Übersetzers ein paar wenige Auskünfte. "Der erste Eindruck ist sehr gut und sehr herzlich. Mir gefällt, dass 1860 ein Arbeiterverein und eine Mannschaft mit viel Tradition ist. Hier kann man viel machen und erreichen", sagte Ismaik, der auch einen positiven Eindruck von der Stadt München bekommen habe.
Nach dem Sieg gegen Cottbus schaute sich Ismaik, der extra aus New York angereist war, noch auf dem Trainingsgelände um, bevor es am Abend mit der Klubführung der Löwen zu einem gemeinsamen Essen ging. Am Sonntag flog seine Delegation zurück nach Jordanien. Ismaik plant jedoch, schon in der kommenden Woche in die bayerische Landeshauptstadt zurückzukehren. Eine Entscheidung über das Investment gibt es bislang noch nicht, sie soll innerhalb von drei Wochen fallen.
"Mit 150 Jahren Tradition viel zu bieten"
Präsident Dieter Schneider würde ein Engagement des finanzkräftigen Multi-Millionärs sehr begrüßen. "Er ist ein Fußball-Narr, und wir haben als Verein mit über 150 Jahren Tradition viel zu bieten", sagte Schneider. Klar ist aber auch, dass der Investor nicht nur zum Spaß nach München kommen möchte, sondern knallhart kalkuliert. "Ich will hier natürlich nicht draufzahlen", sagte Ismaik.
Der Jordanier hat mit dem TSV 1860 große Pläne und will die Löwen schnell aus der 2. Liga nach oben führen. "Unser Primärziel ist der Aufstieg, dann müssen wir uns in der ersten Bundesliga einige Jahre etablieren", sagte Ismaik der Süddeutschen Zeitung: "Danach muss man sehen, was man noch mit der Mannschaft erreichen kann."
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