Vierkampf um den Aufstieg: Matchball MSV Duisburg
zuletzt aktualisiert: 14.05.2007 - 13:18Frankfurt/Main (RPO). Am letzten Spieltag der 2. Bundesliga am kommenden Sonntag (14 Uhr/LIVE!-Ticker) kämpfen gleich vier Mannschaften im Fernduell um den Aufstieg in die Eliteklasse. Dabei hat der MSV Duisburg als Drittplatzierter im Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen einen Matchball.
Hansa Rostock ist so gut wie durch, muss aber dennoch ein wenig zittern. Zudem wollen der SC Freiburg und die mit theoretischen Chancen ausgestattete SpVgg Greuther Fürth Zweitliga-Meister Karlsruher SC ins Oberhaus begleiten.
Die besten Karten hält fraglos Hansa Rostock in den Händen. Bei zwei Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz aus Duisburg und Freiburg können die Rostocker mit einem Erfolg gegen die abstiegsgefährdete SpVgg Unterhaching die Rückkehr in die Eliteklasse nach zwei Jahren Abwesenheit aus eigener Kraft perfekt machen. Das weiß auch Trainer Frank Pagelsdorf.
"Wir haben jetzt den großen Vorteil, dass wir es selbst in der Hand haben", meinte der Coach, der sich aber in seiner bekannt unterkühlten Art nicht weiter aus dem Fenster lehnen wollte und ein Trainingslager vor der Partie gegen das Team seines Kollegen Werner Lorant nicht ausschließen will. Ganz anders als Pagelsdorf sehen allerdings die Fans die Situation. Nach dem 2:1-Erfolg am Sonntag bei 1860 München feierten die 8000 mitgereisten Anhänger den für sie bereits perfekten Aufstieg.
In einer ähnlich priviligierten Lage wie die Rostocker befinden sich die Duisburger, die vor ihrem Spiel gegen den wie Unterhaching noch vom Abstieg bedrohten Revierrivalen Rot-Weiss Essen eine um neun Treffer bessere Tordifferenz als die punktgleichen Freiburger vorweisen können. Stürmer Markus Daun sieht es sogar als Vorteil für die Zebras, dass Essen noch alles geben muss: "Die müssen selbst etwas machen und stellen sich nicht hinten rein."
Finke hofft auf Schützenhilfe
Während Hansa und der MSV den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen können, ist Trainer Volker Finke auf einen Ausrutscher der Konkurrenten angewiesen, um sein Lebenswerk in Freiburg mit der Rückkehr in die Bundesliga zu krönen.
"Am Sonntag wollen wir gegen Koblenz gewinnen, das ist alles", meinte Finke vor seiner letzten Partie nach 16 Jahren im Amt. Ein Bundesliga-Rückkehr der Breisgauer nach zwei Jahren Abwesenheit wäre angesichts der Turbulenzen um das Ende der Ära Finke und seinen Nachfolger Robin Dutt in den vergangenen Monaten nicht hoch genug einzuschätzen.
Den negativen Höhepunkt lieferten der SC in der vergangenen Woche, als Teile der Klubführung versuchten, Finke-Assistent Achim Sarstedt anstelle Dutts als neuen Coach zu installieren. Sarstedt lehnt die Offerte allerdings ab, weil er bei Zweitliga-Aufsteiger TSG Hoffenheim im Wort stand.
Dort übernimmt der 47-Jährige den Posten des Co-Trainers unter Chefcoach Ralf Rangnick. Die Folge des peinlichen Vorgehens war eine Entschuldigung von Vizepräsident Heinrich Breit bei Dutt.
Angesichts der zurückliegenden Chaos-Tage konnte sich Finke einen Seitenhieb auf die Verantwortlichen nicht verkneifen: "Es ist nicht gerade eine leichte Saison beim SC Freiburg, deshalb machen es die Spieler wirklich gut. Man darf nicht vergessen, dass im Dezember der Auftrag war, die Klasse zu halten. Da wir das geschafft haben, können wir eigentlich entspannt an das Spiel herangehen."
Nicht nur Seitenhiebe, sondern richtig heftige Beschimpfungen mussten sich die Fürther Profis nach dem 1:2 in Unterhaching von den eigenen Fans gefallen lassen. Die Niederlage hat die Fürther derart ins Hintertreffen gebracht (drei Punkte und acht Tore Rückstand auf Duisburg), dass der neue Coach Bruno Labbadia den Nauaufbau der Mannschaft, die zahlreiche Leistungsträger verlieren wird, ziemlich sicher in der 2. Liga angehen muss.
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