2. Fußball-Bundesliga: Meiers Erinnerungen an Ewald Lienen
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 29.11.2009 - 11:18Düsseldorf (RPO). Schlechte Nachrichten aus der medizinischen Abteilung werfen Norbert Meier schon lange nicht mehr um. Seit Monaten verwaltet der Chefcoach des Fußball-Zweitligisten Fortuna in personeller Hinsicht den Mangel. Fast an jedem Spieltag der aktuellen Saison musste er mindestens einen Spieler aus seiner Wunschformation verletzungsbedingt ersetzen.
Das Punktspiel beim TSV 1860 München (ab 13.30 Uhr im Live-Ticker) macht da keine Ausnahme. Freitagfrüh stellte sich heraus, dass die Sorgen um Regisseur Marco Christ berechtigt waren, nachdem dieser das Donnerstag-Training mit Schmerzen im Knie abbrach. Eine Kernspin-Tomographie ergab einen Innenbandanriss im rechten Knie.
Meier flüchtet sich in Galgenhumor. "Das ist das Schöne bei Marco: Er kann sich seine Diagnosen inzwischen selbst stellen", sagt der Trainer – ein Verweis darauf, dass der 29-Jährige nach dem unglücklichen Zusammenprall mit Johannes van den Bergh während der Übungseinheit sofort Schlimmeres geahnt hatte. Kein Wunder: Erst am 15. August, beim 0:1 in Berlin, hatte Christ im anderen (linken) Knie fast dieselbe Blessur erlitten. Seinerzeit musste er mehr als sechs Wochen pausieren, sodass man getrost davon ausgehen kann, dass die Hinrunde für Christ beendet ist.
Geplante Aufstellung: Ratajczak - Weber, Costa, Langeneke, van den Bergh - Sieger - Lambertz, Fink, Caillas - Harnik, Jovanovic.
Schiedsrichter: Daniel Siebert aus Berlin. Zur Erinnerung: In der Vorsaison leitete er Fortunas 5:5 in Braunschweig, verhängte vier Elfmeter, zeigte neunmal Gelb. Außerdem pfiff Siebert beim 1:0-Sieg gegen Offenbach.
Dennoch stellt Fortunas Coach in diesen Tagen eine auffällig gute Laune zur Schau, wobei ihm die komfortable Tabellensituation unter die Arme greift. "Gute Laune ist aber auch Selbstschutz", fügt Meier an. Klar: Wäre er angesichts der Personalsorgen mit Leichenbittermiene durch die Gegend gelaufen, hätten seine Spieler kaum das nötige Selbstvertrauen für großartige Leistungen wie in Kaiserslautern oder in St. Pauli aufgebracht.
Ob es in München ähnlich laufen wird, kann niemand garantieren. Nicht einmal die positiven Erinnerungen Meiers an seine persönlichen Vergleiche mit dem Münchner Trainer Ewald Lienen zu aktiven Zeiten. „Einmal haben wir mit Werder Bremen 2:0 in Bielefeld gewonnen, als Ewald dort spielte“, erinnert sich der 51-Jährige mit breitem Lächeln. "Dreimal dürfen Sie raten, wer damals beide Treffer für Werder erzielte!"
Die Lösung "Norbert Meier" fällt angesichts der suggestiven Aufgaben-Formulierung nicht mehr allzu schwer. Und dann ergänzt der Held von 1982 noch: "In Bielefeld, meine Herren, auswärts!" Eine kleine Privatabrechnung mit dem Spitznamen "Heimspiel-Meier", der ihn während seiner Profikarriere verfolgte. Die gute Laune lässt sich der Coach eben durch rein gar nichts mehr verderben.
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