2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 10.09 Uhr

0:2 im Hinspiel in Würzburg
Aufgeben verboten: MSV will "Eier" zeigen

Relegation 15/16: Würzburger Kickers - MSV Duisburg
Relegation 15/16: Würzburger Kickers - MSV Duisburg FOTO: dpa, kjh hpl
Würzburg. Aufgeben? Niemals! Trotz der 0:2-Niederlage bei den Würzburger Kickers glaubt man beim MSV Duisburg noch immer an den Klassenerhalt. Die Aufbau-Arbeit begann direkt nach dem Relegations-Hinspiel.

Ilja Grujew verlor keine Zeit. Noch auf dem Rasen richtete der Trainer des Zweitligisten MSV Duisburg seine Relegations-Versager auf, sprach jedem einzelnen Mut zu – und das fruchtete ganz offenbar auch. "Die Sache ist noch lange nicht durch", sagte Angreifer Kingsley Onuegbu: "Wir haben schon oft in dieser Saison bewiesen, dass wir Unmögliches schaffen können. Jetzt müssen wir Eier haben und Männer sein."

Dicht stehen die Zebras nach dem 0:2 (0:1) beim Drittligisten Würzburger Kickers nun jedenfalls am Abgrund, so dicht wie vielleicht noch nie in dieser Saison. Aufgeben war trotz der bitteren Enttäuschung jedoch keine Alternative – weil am Dienstag (19.10 Uhr/Live-Ticker) noch ein Rückspiel in Duisburg stattfinden wird und der MSV sich dann noch in wirklich allerletzter Minute retten will.

"Nur noch Vollgas"

"Jetzt gibt es nur noch Vollgas", sagte Mittelfeldspieler Kevin Wolze. Wie Onuegbu gestand auch er ein, dass die gezeigte Leistung am Freitagabend "einfach viel zu wenig" gewesen war. Aber die Gewissheit, dass die Duisburger im Laufe der Saison ja schon einmal praktisch mausetot waren und am Ende dank toller Moral doch noch die Relegation erreichten, stimmte Wolze positiv.

"Es weiß nun jeder, dass es kein Selbstläufer wird. Mit den Fans im Rücken werden wir das aber noch drehen, wir haben ja auch Leipzig geschlagen", erinnerte der 26-Jährige an den letzten Spieltag der Saison, an dem sich die Meidericher mit einem Erfolg über den künftigen Bundesligisten in die Play-off-Spiele gerettet hatten. 1:0 lautete damals das Ergebnis - das im Rückspiel gegen Würzburg aber nicht reichen würde.

"Wir wollten eigentlich zu Null spielen und selbst ein Tor schießen", sagte Grujew, der die Aufholjagd der vergangenen Wochen auch mitverantwortlich für den blutleeren Auftritt seiner Schützlinge machte. "Das hat psychisch und physisch viel Kraft gekostet. Wir haben viel investiert."

Dass vor allem die mentale Komponente ausschlaggebend war, davon war Duisburgs Vorstandsvorsitzender Ingo Wald überzeugt. Zum ersten Mal seit Wochen "hatten wir nun nämlich wieder etwas zu verlieren. Vielleicht hat das die Mannschaft gehemmt oder verunsichert", sagte er.

Zu verlieren haben nun auch die Würzburger etwas. Zwar hatte Trainer Bernd Hollerbach zuletzt immer wieder betont, dass der Drittliga-Aufsteiger schon viel mehr erreicht hatte, als gedacht. So dicht vor dem direkten Durchmarsch in die 2. Liga, der zuletzt auch RB Leipzig gelungen war, standen die Franken aber noch nie.

"Wir müssen noch einmal richtig leiden und dagegenhalten", sagte der frühere Bundesliga-Profi. "In Duisburg wird die Hölle los sein. Das ist noch nicht vorbei."

(sid)
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