2. Bundesliga 17/18 2. Bundesliga
| 08.12 Uhr

Gute Stimmung in Duisburg
Wie Grlic und Gruev den MSV im Griff haben

Duisburg - Union Berlin: Bilder des Spiels
Duisburg - Union Berlin: Bilder des Spiels FOTO: dpa, rwe jai
Duisburg. Mit 13 Punkten steht der MSV Duisburg in der 2. Fußball-Bundesliga über dem Strich. Dass Duisburg kontinuierlich Punkte für den Klassenerhalt sammelt, liegt an der Kaderzusammenstellung, dem Trainer und Lerneffekten. Von Patrick Scherer

Zuletzt drei Spiele ohne Niederlage. Platz 14. Der MSV Duisburg ist in der 2. Fußball-Liga voll im Soll. Dafür gibt es gute Gründe.

Die Auswärtsstärke

"Wir hängen das nicht so hoch", sagte Kapitän Kevin Wolze auf die Frage, wie sehr es denn nerve, dass der erste Sieg in der heimischen Arena noch auf sich warten lasse. In der Heimtabelle ist der MSV Letzter mit drei Punkten. Das liegt auf der einen Seite daran, dass bisher ambitionierte Teams wie Nürnberg, Berlin und Braunschweig zu Gast waren. Auf der anderen Seite - und das war bereits in der dritten Liga zu erkennen - sind die Meidericher keine Mannschaft, die den Gegner mit viel Ballbesitz und gekonnten Stafetten auszuhebeln vermag. Auswärts holte der MSV zehn seiner 13 Punkte, war auch beim 1:3 bei Tabellenführer Düsseldorf nicht chancenlos. Die Duisburger fühlen sich wohl, wenn sie auf Fehler des Gegners lauern können.

Das System

Im 4-4-2 mit zwei zentralen Mittelfeldspielern hat Trainer Ilia Gruev ein System festgelegt, in dem jeder seine Rolle kennt. Zu Beginn der Saison spielte der MSV allerdings noch übermütig und naiv. Deshalb folgte auf ein 4:0 in Bielefeld ein 1:6 gegen Nürnberg. Mittlerweile stimmt die Balance zwischen Defensive und Offensive. Gerade beim 1:1 gegen die angriffsstarken Berliner ließ Duisburg wenige Chancen zu, blieb trotz Rückstand ruhig, verhinderte Konter und nutzte eiskalt die Gelegenheit zum Ausgleich kurz vor Schluss.

Die Zugänge

Einen entscheidenden Anteil am bisher zufriedenstellenden Saisonverlauf hat Ivica Grlic. Mit sehr bescheidenen finanziellen Mitteln hat der Sportdirektor den Kader exzellent verstärkt. Innenverteidiger Gerrit Nauber spielt grundsolide. Im defensiven Mittelfeld erledigt Lukas Fröde seine Aufgaben ebenfalls mit Sorgfalt, ohne dabei zu glänzen - was aber auch nicht in seinem Portfolio stand. Und im Angriff hat Grlic ein Trio verpflichtet, das dem MSV zu deutlich mehr Torgefahr verhilft. Moritz Stoppelkamp pendelt zwar - wie in seiner gesamten Karriere - zwischen Welt- und Kreisklasse, sorgt dadurch aber für positive Überraschungsmomente. Auch seine Standards bringen oft Gefahr. Stoppelkamps Pendant auf der rechten Außenbahn, Cauly Oliveira Souza, bringt viel Ballgefühl und Schnelligkeit ins Spiel. Und Stürmer Borys Tashchy ist für Zweitligaverhältnisse ein Volltreffer. Er deckt den Ball gut ab, ist lauf- und kopfballstark, strahlt zudem Torgefahr aus.

Der Kader

Auch wenn der Kader nicht sonderlich breit ist, hat Gruev Möglichkeiten zu reagieren. Gegen Berlin überraschte Andreas Wiegel als Rechtsverteidiger. Auf einer Position, die weder Tugrul Erat noch Nico Klotz bisher zufriedenstellend ausfüllten. Auch die Verletzungen von Branimir Bajic und Zlatko Janjic kompensierte das Team problemlos.

Quelle: RP
 
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