2. Bundesliga 15/16 2. Bundesliga
| 13.56 Uhr

MSV Duisburg
"Zebras" taumeln Richtung Abstieg

Duisburg - Karlsruhe
Duisburg - Karlsruhe FOTO: dpa, rwe jai
Duisburg. 47 Sekunden dauerte es, dann war das verbliebene dünne Band zwischen Mannschaft und Fans gerissen. "Absteiger, Absteiger", riefen die MSV-Anhänger im lauten Chor den Duisburger Fußball-Profis entgegen. Deutlicher kann eine Einschätzung nicht sein.  Von Patrick Scherer

Nicht einmal eine Minute war in dem Spiel vorbei, das als letzte Chance gewertet wurde. Als letzte Chance auf den Beginn einer Serie, an deren Ende der Klassenerhalt in der zweiten Liga stehen soll. Doch der Karlsruher SC ging direkt in Führung und schaffte es, mit minimalem Aufwand das 1:0 über die Zeit zu bringen. Die zweite Pleite im zweiten Spiel nach der Winterpause bedeutet für den MSV nicht nur den Verbleib auf dem letzten Tabellenplatz mit zwölf Punkten, sie bedeutet auch die Zerstörung jeglicher Einheit im Umfeld, und damit den bevorstehenden Abstieg in die dritte Liga. "Das ist ein schwarzer Tag für uns und eine bittere Niederlage", sagte Trainer Ilia Gruev.

Ein langer Pass, eine ungeordnete Defensive, ein Stellungsfehler von Torhüter Michael Ratajczak und Duisburg lag durch den Heber von Manuel Torres im Hintertreffen. "Nach diesem Rückschlag hat man gespürt, dass wir verunsichert sind", analysierte Gruev treffend. Die Unruhe im mit 14.183 Zuschauern gefüllten Stadion und die vielen leichtfertigen Fehler im Spielaufbau und im Defensivverhalten der Duisburger gingen eine fürchterliche Wechselbeziehung ein. Nach 41 Minuten hatte Gruev von Stürmer Kevin Scheidhauer genug gesehen, als sich der 23-Jährige einen katastrophalen Ballverlust am eigenen Strafraum leistete. Er stand am Samstag exemplarisch für das Unvermögen einer ganzen Mannschaft. Bei seiner Auswechslung noch vor der Halbzeit applaudierte ein Großteil der Fans höhnisch. "Es tut immer weh, wenn man von eigenen Fans ausgepfiffen wird. Aber wir können sie verstehen", sagte Kevin Wolze, nachdem er sich mit dem Team vor der Fankurve stehend auch nach Abpfiff die ganze Palette der Schmähgesänge anhören musste.

Nach zwei Jahren in der dritten Liga präsentierten sich Fans und Verein im vergangenen Sommer nach der Rückkehr in die zweite Liga noch als starke Einheit. Der Lizenzentzug und daraus resultierende Aktionen der Anhänger in den vergangenen Jahren hatten zusammengeschweißt. Nun sieht es nicht danach aus, als könnte in den restlichen 13 Spielen noch einmal ein Stimmungsumschwung herbeigeführt werden.

21 Partien sind gespielt, zwei Mal ging der MSV erst als Sieger hervor. Der Plan, nach der Winterpause mit einem guten Start positive Energie freizusetzen und eine Aufholjagd zu starten, ist durchkreuzt. Der einzig verbliebene kleine Hoffnungsschimmer ist das gleichzeitige Versagen der anderen Teams aus München und Paderborn. "Wenigstens ist der Rückstand auf den Relegationsplatz nicht größer geworden", sagte Wolze und schaute dabei, als würde er seiner eigenen Durchhalteparole keinen Glauben schenken.

Fünf Punkte sind es weiterhin auf den vom SC Paderborn belegten 16. Platz. Klingt machbar. Einzig die Frage, gegen wen dieser MSV in dieser Verfassung und mit diesem unruhigen Umfeld nun noch punkten soll, konnte zumindest am Samstag noch keiner beantworten.

Am Freitag geht es nach Fürth.

Quelle: RP
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