1. Bundesliga 14/15 2. Bundesliga
| 16.57 Uhr
Fortuna - Union Berlin 2:1
Neue Hoffnung – Fortuna erobert Platz drei
Union-Spiel: Fortunen in der Einzelkritik
Union-Spiel: Fortunen in der Einzelkritik FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Im Kampf um den Tabellenrang, der zur Relegation gegen den Drittletzten der Fußball-Bundesliga berechtigt, haben die Düsseldorfer wieder die Nase vorn. Beim 2:1 gegen Union Berlin überzeugten sie durch Mut und Einsatz. Von Bernd Jolitz

Die Uhren auf den Anzeigetafeln zeigten 14.14 Uhr, als ein Jubelschrei die Düsseldorfer Arena erzittern ließ. So mancher der 22 Spieler, die in diesem Moment bei Fortunas Partie gegen Union Berlin den Ball ausnahmsweise eher gemächlich durchs Mittelfeld laufen ließen, wusste zunächst gar nicht, was da auf den Rängen geschah. Ein Blick hinauf zeigte dann auch den Profis, dass der Karlsruher SC gegen den Düsseldorfer Konkurrenten SC Paderborn in Führung gegangen war.

Aus der Momentaufnahme wurde eine knappe Stunde später Gewissheit. Die Paderborner, vor dem Anpfiff noch Tabellendritter der 2. Fußball-Bundesliga, stolperten mit 0:2 beim KSC, Fortuna bezwang gleichzeitig die „Eisernen“ 2:1 und zog wieder an den Ostwestfalen vorbei. Zwei Spieltage vor Saisonende kann die Truppe von Trainer Norbert Meier somit wieder aus eigener Kraft die Relegation gegen den Drittletzten der Ersten Liga erreichen.

"Relegation gegen Cologne"

Für den Düsseldorfer Anhang ist sogar schon ausgemachte Sache, was nach dem regulären Saisonende noch kommen wird. „Wir hol’n den dritten Platz und schießen Kölle ab – Relegation gegen Cologne!“ schmetterte ein mehr als 30.000 Stimmen starker Chor immer und immer wieder. Nachdem der Traum vom direkten Aufstieg aufgrund von Fortunas Schwächephase in den vergangenen Wochen geplatzt ist, ist der Traum von der Relegation gegen den rheinischen Erzrivalen an seine Stelle getreten.

Von dieser unerklärlichen Schwäche war gestern freilich nichts mehr zu sehen. „Das Wichtigste war mir, dass die Mannschaft nach der 1:2-Niederlage in Dresden eine Reaktion zeigt“, sagte Meier. „Einstellung und Laufbereitschaft waren wieder, wie sie sein sollten. Zudem haben wir mit einem lächelnden Gesicht gespielt.“ Eine ungewöhnliche Formulierung für einen ganz entscheidenden Aspekt: Statt der zögerlichen, ja ängstlichen Zurückhaltung der vergangenen Woche nahmen die Fortunen wieder die Herzen in die Hand, suchten entschlossen und mutig ihre Chance. Meier hatte daran maßgeblichen Anteil, denn seine Harakiri-Taktik ging auf. Der Coach ließ nur mit einer Dreier-Abwehrkette verteidigen, um die Berliner mit einem äußerst offensiven Mittelfeld schon in deren Hälfte unter Druck zu setzen.

"Wir wollten früh in Ballbesitz kommen, Unions zentrale Figur Markus Karl schon bei der Spieleröffnung stören", erläuterte Meier. "Das sollte richtig Druck auf unseren Kessel und das Publikum auf unsere Seite bringen. Aber es hätte auch in die Hose gehen können, und dann hätte ich die Verantwortung übernehmen müssen."

Das Risiko war offensichtlich, denn Union nutzte mit ihren schnellen Außenspielern die durch die Dreierkette entstehenden Freiräume zu gefährlichen Angriffen. Einer davon führte nach Ken Ilsøs spektakulärem Seitfallzieher zum 1:0 auch zum Ausgleich, doch Fortuna schlug zurück: Der wiedererstarkte Maximilian Beister hängte Michael Parensen ab, und dessen unbeholfenen Klammergriff im Strafraum bestrafte Schiedsrichter Tobias Stieler auf Hinweis seines Assistenten Arno Blos mit Elfmeter. Sascha Rösler schüttelte nicht nur in dieser Szene die ganzen Enttäuschungen der jüngsten Zeit entschlossen ab und verwandelte.

Bitter nur, dass Beister nach einem üblen Tritt von Daniel Göhlert mit einer schweren Wadenprellung ausscheiden musste. Auf den 22-Jährigen könnte Fortuna trotz der starken Vorstellungen von Thomas Bröker, Andreas Lambertz, Ilsø und Rösler im schwierigen Saisonendspurt kaum verzichten.

STATISTIK:

Düsseldorf: Ratajczak - Levels, Lukimya-Mulongoti, Juanan - Bröker, Oliver Fink, Bodzek, Lambertz - Ilsö (82. Matuschyk) - Beister (46. Dum), Rösler (66. Ranisav Jovanovic). - Trainer: Meier

Union: Glinker - Menz (84. Stuff), Göhlert, Michael Parensen, Kohlmann - Karl - Belaid, Mattuschka - Zoundi (66. Silvio), Ede - Terodde. - Trainer: Neuhaus

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Obertshausen)

Tore: 1:0 Ilsö (15.), 1:1 Terodde (18.), 2:1 Rösler (22., Foulelfmeter)

Zuschauer: 33.637

Beste Spieler: Lambertz, Ilsö - Mattuschka, Terrode

Gelbe Karten: Rösler (12), Ilsö (4), Beister (8) - Göhlert (2), Karl (8)

Torschüsse: 15:14

Ecken: 4:3

Ballbesitz: 46:54 Prozent

Quelle: sid/can/pst
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