Trainer des Fußball-Zweitligisten entlassen: Neururers Zeit in Duisburg ist zu Ende
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 22:10Duisburg (RP). Es ist Krise beim MSV. Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats und Bruno Hübner als Sportdirektor erläuterten am Abend die Lage der Mannschaft und ihre Situation nach dem schlimmen Pokal-Aus in Augsburg (0:5) und vor dem Punktspiel am Sonntag in Koblenz. Peter Neururer ist nicht mehr Trainer.
Sein nicht einmal ein Jahr währendes Gastspiel endete überschaubar ohne Schrecken. Neururer hatte sich in den letzten Wochen wie so oft derart verschlissen, dass sein Abgang programmiert war. Vereins-Chef Walter Hellmich hatte nach seiner Rückkehr aus Ingolstadt, wo er mit seinen Unternehmen in der Audi-Stadt ein Stadion-Schmuckstück errichtet, noch ausgeschlossen, dass nach der peinlichen Pokalnummer "irgendwas passiert". Später hörte sich das so an, als könne Hellmich gar nichts mehr ausschließen. Der Trend geriet ins Wanken. Deshalb die Sitzung gestern.
Mittelpunkt der Diskussion: Trainer Peter Neururer, die Mannschaft und das zuletzt desaströse Abschneiden im Pokalwettbewerb. Außerdem gab es in der zweiten Liga eine Berg-und Talfahrt ohne Kontiuität-Stationen. Er sei immer noch erschüttert darüber, wie sich das Team beim FCA insgesamt präsentiert habe, meinte der Bauunternehmer. Vor allem hatte es ihn empfindlich gewurmt, dass sich die Spieler von ihrer schlechten Seite zeigten, obwohl "so viel Geld auf dem Spiel" stand. Da habe man doch Kampf bis zum Umfallen verlangen können, meinte Hellmich.
Die Entscheidung gegen den Trainer war wohl schon am frühen Nachmittag gefallen, als es "Vorgespräche" gab, wie Hellmich es formulierte. Da kann es in diesem Zusammenhang gut möglich gewesen sein, dass Geschäftführer Björn Bremer anhand von Zahlen durchaus belegen konnte, dass eine Entlassung wirtschaftlich möglich sei. Die Richtung war klar. Weil Rudi Bommer und jetzt Neururer bis zum Saisonende noch auf der Gehaltsliste stehen, verbietet sich ein Coup der attraktiven Art von allein.
Einem ehemaligen Spieler wie dem nach Mönchengladbach abgeschobenen Horst Steffen hätten Insider zugetraut, die schwere Aufgabe zu übernehmen. Sie ist auch deshalb schwer, weil es wegen finanzieller Schwäche eine Reihe von Leihspielern gibt, die jetzt noch nicht wissen, was aus ihnen am Ende der Saison wird. Chaftar Yankow, Änis Ben-Hatira, Caiuby oder Sören Larsen sind das, Kaufoption hin oder her.
Dass Neururer zu Beginn dieser Saison auch personell Pech hatte, steht auf dem Zettel. Dorge Kouemaha musste aus finanziellen Gründen für eine Million nach Brügge verkauft werden, um die DFL-Auflagen zu erfüllen. Und Sandro Wagner erlitt einen Kreuzbandriss nach grandiosem Start. Plötzlich stand der Trainer ohne den Sturm da, von dem er sich einiges erhoffte. Immer öfter lagen allerdings die Nerven beim Trainer blank.
Die Medien seien Schuld an der schlechten Stimmung, stellte er fest. Der Hinweis auf die Punktzahlen, auf die vielen Gegentore und manche Niederlagen, die im Grau der Liga mündeten, aber hatte er als Trainer zu verantworten. Neururer hatte nur zu Beginn seiner Tätigkeit Erfolg. Dem 3:0 in Oberhausen folgte eine tolle Siegesserie. Als es nicht mehr so gut lief, kam die Abnutzung schneller als angenommen.
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