2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 20.49 Uhr

Paderborn - Braunschweig 2:0
Effenberg feiert perfektes Debüt auf der Trainerbank

2. Bundesliga 15/16: Effenberg siegt bei Debüt auf
2. Bundesliga 15/16: Effenberg siegt bei Debüt auf FOTO: dpa, lus soe
Paderborn. Stefan Effenberg lief auf den Platz und schrie seine geballte Freude heraus, auf der Tribüne fiel Ehefrau Claudia im Paderborn-Schal SCP-Präsident Wilfried Finke in die Arme: Mit einem verdienten Sieg ist der Ex-Nationalspieler am Freitag in seine Trainerkarriere gestartet.

Unter dem am Dienstag engagierten Effenberg gelang Bundesliga-Absteiger SC Paderborn am 11. Spieltag der 2. Liga ein verdienter 2:0 (1:0)-Erfolg gegen Aufstiegsanwärter Eintracht Braunschweig.

Claudia Effenberg jubelt auf der Tribüne mit FOTO: dpa, lus soe

Moritz Stoppelkamp (18.) sorgte mit dem ersten Tor der Ostwestfalen nach 295 Minuten für den von allen Seiten beschworenen Neuanfang, Nick Proschwitz sorgte für die Entscheidung (81.) und endgültige Erleichterung bei Effenberg. Die kämpferisch vollauf überzeugenden Paderborner schlossen durch den dritten Saisonsieg mit zehn Punkten zum unteren Tabellenmittelfeld auf. Braunschweig (17) büßte durch seine erste Auswärtsniederlage der Saison Boden im Aufstiegsrennen ein.

"Ich bin sehr zufrieden"

"Ich bin sehr zufrieden. Natürlich genieße ich das Lächeln des Präsidenten und aller Fans, wir sind eine Einheit, das hat man heute gesehen. Ich freue mich immer, wenn man gewinnt, aber das war heute schon eine besondere Situation", sagte Effenberg bei Sky, wo er bis zu seinem Amtsantritt Experte war, mit heiserer Stimme: "Die letzten zehn Jahre habe ich ja nicht so richtig rumgeschrien. Ich muss mich erst einmal dran gewöhnen."

Effenberg wurde mit tosendem Applaus von den 11.952 Zuschauern empfangen und hielt es bei Temperaturen um fünf Grad im blauen Pullover und grauer Stoffhose an der Seitenlinie aus. "Er hat uns unsere Stärke zurückgegeben", meinte Torschütze Proschwitz.

Paderborn - Braunschweig FOTO: dpa, lus soe

Nach sechs Niederlagen aus den vorherigen acht Spielen unter seinem Vorgänger Markus Gellhaus stellte Effenberg das Team gegenüber dem 0:1 beim MSV Duisburg von einem 3-5-2 auf ein 4-2-3-1-System um und brachte fünf neue Spieler. Ein guter Griff: Das bundesligaerprobte Quintett der "Einwechsler" um Süleyman Koc, Mahir Saglik und den zuletzt ausgebooteten Stoppelkamp drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Auch der etatmäßige Flügelspieler Daniel Brückner überzeugte auf ungewohnter Position im Abwehrzentrum.

Braunschweig begegnete dem SCP mit viel Respekt. Trainer Torsten Lieberknecht bestückte die viertbeste Offensive der Liga (19 Tore) im Dänen Mads Dittmer Hvilsum zunächst mit nur einer echten Spitze.

Nach stürmischem Beginn der Gäste durch den Pfostenschuss von Gerrit Holtmann (4.) übernahm Paderborn mit schnellem Umschaltspiel das Kommando. Nach guten Möglichkeiten durch Koc (6., 13.) und Stoppelkamp (7./Pfosten) fiel das 1:0 durch den Ex-Hannoveraner nach 18 Minuten verdient. Koc' abgefälschten Distanzschuss konnte der überraschte Braunschweig-Keeper Rafal Gikiewicz nur nach vorne abklatschen, Stoppelkamp war zur Stelle. Es war das erste Auswärtsgegentor der Braunschweiger in dieser Saison.

Das machen die Champions-League-Sieger von 2001 FOTO: dpa

In der Folge entwickelte sich ein zweitligatypischer Fight, in dem Braunschweig nach einer halben Stunde Oberwasser gewann, ohne sich in dieser Phase große Chancen herauszuspielen. In der 51. Minute vergab Paderborn leichtfertig das 2:0, als Koc schlechtes Timing beim Pass auf Stoppelkamp zeigte. Wenig später verfehlte Verteidiger Niklas Hoheneder (58.) per Kopf das Gehäuse knapp.

Stärkste Paderborner waren die offensiven Mittelfeldspieler Stoppelkamp, Saglik und Koc. Aufseiten der Braunschweiger gefiel Marc Pfitzner.

(sid)
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