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2. Bundesliga: Stolperstart mit Happy End

VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 20.12.2007 - 11:13

Düsseldorf (RPO). Die Menschen in Köln können beruhigt Weihnachten feiern. Dank des 2:1-Erfolges gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangen Montag überwintert der 1. FC Köln, gleichzeitig Fluch und Segen der Stadt, auf einem Aufstiegsplatz. Und dass, obwohl die "Geißböcke" in der Hinrunde meist den Biss vermissen ließen.

Immer wieder musste die Mannschaft von Trainer Christoph Daum Rückschläge verkraften. Diese jedoch hat sich die Multi-Kulti-Truppe selbst zuzuschreiben. Nach dem 2:0 am ersten Spieltag auf St. Pauli war die Welt noch in Ordnung. Doch das bröckelige Gefüge 1. FC Köln mit Starfigaro Daum wackelte bereits nach ersten Heimspiel. 0:1 verlor der "Effzeh" im Derby gegen Alemannia Aachen und offenbarte dabei spielerische Unfähigkeit. Ein Ausrutscher, sollte man ob des starken Kaders der Kölner meinen. Denkste. Nicht nur gegen Aachen blieb Köln weit hinter den Erwartungen zurück.

Vor allem das RheinEnergie-Stadion wurde zum Stolperstein für den ersten deutschen Meister der Bundesliga. Aus den ersten vier Heimspielen holten die Domstädter magere drei Punkte und zogen sich den Unmut des ohnehin schon kritischen Publikums zu. Daum sowie Manager Michael Meier und Präsident Wolfgang Overath übten sich in Geduld.

"Die Mannschaft braucht Zeit", erklärte Daum noch im September. Aber diese Zeit hatte der FC nicht, denn die Konkurrenz punktete fleißig. Zwischenzeitlich rangierte der FC nur auf dem zehnten Rang. Dann kam die Wende.

Wendepunkt Hoffenheim

Beim 2:0 in Hoffenheim zeigte Köln nach mäßigen, aber erfolgreichen Wochen zuvor endlich sein wahres Gesicht und präsentierte sich als Mannschaft. "Das war der Wendepunkt", wusste auch Daum um die Wichtigkeit des Erfolges, dem dritten in Serie. Zwar verlor der FC das Topspiel der 16. Runde 0:1 in Mainz, doch auch diese Pleite tat dem Aufschwung des Traditionsvereins keinen Abbruch. "Diese Niederlage wirft uns nicht um", konterte Daum jede Kritik nach dem "Karnevals-Gipfel". Die Antwort gab die Mannschaft gegen Kaiserslautern, wo der FC eines seiner besten Saisonspiele ablieferte.

Rang drei nach der Hinrunde, sechs Punkte Abstand auf Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach: Die jüngsten Wochen vor der Winterpause lassen die Macher in Köln wieder träumen. "Jetzt greifen wir in der Rückrunde Gladbach an", sagte Daum nach dem Lautern-Sieg im "Express". Aber sind die "Fohlen" überhaupt angreifbar?

Es scheint fast nicht so. Zugegeben, das 1:1 zum Abschluss gegen Paderborn war enttäuschend. Dennoch war Gladbach das Team der Hinrunde, ist nunmehr seit 14 Spielen ungeschlagen und thront einsam an der Spitze der 2. Bundesliga. Alles andere als der Aufstieg wäre eine Überraschung.

Wenn Gladbach die Leistungen nach dem Winter wiederholt, steht der Rückkehr ins Oberhaus nichts im Wege. Nahezu in jedem Spiel, ausgenommen das 1:4 in Mainz, war die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay überlegen. Die Neuzugänge haben (fast) alle voll eingeschlagen, auf dem Platz stimmt die Chemie zwischen den Akteuren.

Und auch die Personalentscheidungen Luhukays waren und sind ohne Zweifel die richtigen. So gönnte der Niederländer seinem Juwel Marko Marin trotz der Unmutsäußerungen der Fans zwischendurch eine Pause, obwohl dieser stets starke Leistungen zeigt. Der Erfolg gibt Luhukay recht.

Der Weg von Köln und Mönchengladbach zeigt in die gleiche Richtung. Für das Rheinland und die Bundesliga wäre es viel wert, wenn beide wieder in die höchste deutsche Spielklasse aufsteigen. Dann spielt es auch keine Rolle, welcher der übrigen Mitfavoriten mit nach oben kommt. Freiburg, 1860 München oder Mainz – alle drei wären auf ihre Art eine Bereicherung für die Bundesliga. Wir freuen uns schon jetzt auf eine spannende Rückrunde.

In unserer Mehr-zum-Thema-Box beleuchten wir die Chancen der Favoriten auf den Aufstieg in die Bundesliga.


 
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