MSV Duisburg: Streit um Koch eskaliert
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 28.07.2006 - 12:18Duisburg (RP). Walter Hellmich reagierte prompt auf den Streit um Torhüter Georg Koch. Der MSV-Boss bot seinem Kapitän an, den laufenden Vertrag zu kündigen. Der Keeper will über mögliche Konsequenzen in Ruhe nachdenken.
Am Mittwoch hatte Georg Koch öffentlich gemacht, dass er seinen Vertrag nicht vorzeitig bis zum Jahr 2009 verlängern werde. Der Keeper hatte zudem erklärt, dass Hellmich mündlich gemachte Zusagen über eine mögliche Zukunft im Management der Zebras nicht eingehalten habe.
Gestern reagierte der MSV-Chef: „Ich habe ihm gesagt, er müsse selbst wissen, was er will. Georg Koch kann nicht irgendwas in die Welt setzen, was nicht stimmt.“ Hellmich weiter: „Er muss die Konsequenzen ziehen, wenn er keine Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mehr sieht.“ Zur Atmosphäre des Gesprächs: „Ich habe ihm das mitgeteilt. Da gibt es nicht viel zu diskutieren.“ Koch über die Unterhaltung: „Es war nicht sehr lustig. Ich muss jetzt erst einmal mit meiner Familie sprechen und sehen, was in den nächsten Tagen passiert.“ Eine Entscheidung habe er noch nicht getroffen und fügte hinzu: „Fakt ist, ich habe einen Vertrag. Angebote anderer Klubs liegen mir nicht vor.“
Trainer Rudi Bommer reagierte zunächst entspannt auf das Sommertheater: „Ich habe mit Georg Koch gesprochen. Er hat mir versichert, dass er die Saison wie geplant durchziehen wird. Das ist für mich allein wichtig.“ Bommer bot jedoch an, vermittelnd zwischen den Meidericher Hähnen tätig zu werden, damit der Haussegen wieder ins Lot kommt. Das kann notwendig werden, denn Georg Koch ließ auch wissen: „Es geht hier um den MSV, nicht um meine Person und nicht um den Präsidenten. Wenn da keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich ist, dann muss man sehen, ob es noch weiter geht.“ Am Abend wollte Bommer noch einmal mit MSV-Präsident Hellmich sprechen. Der Beginn diplomatischer Bemühungen?
Uneinigkeit zwischen Kapitän Koch und Schiffseigner Hellmich herrscht in einem Punkt des angestrebten neuen Vertrags. Der Keeper war davon ausgegangen, dass er nach Ablauf seiner Profikarriere einen Anschlussvertrag im Management der Zebras erhält. Das schriftliche Angebot des MSV enthielt aber nur eine Absichtserklärung. Koch war das zu vage und brach am Mittwoch die Gespräche ab. Was die Angelegenheit besonders heikel macht: Der MSV hatte die Vertragsverlängerung bereits als beschlossene Sache bekannt gegeben.
Zum Vorwurf Kochs, es habe mündlich andere Verabredungen gegeben als vertraglich fixiert, sagte Hellmich: „Sie glauben doch nicht, dass ich mein Wort nicht halte.“ Von der im Juni getroffenen Einschätzung, der Kapitän und Publikumsliebling sei der wichtigste Spieler des Vereins, rückte der Chef inzwischen ab: „Wir brauchen elf Leute auf dem Platz, und jeder hat eine tragende Rolle.“ Darüber hinaus sagte Hellmich: „Vor allem geht es dabei aber nicht nur um den Spieler Koch, der trotz seiner guten Leistungen nur einer von 25 Spielern ist, sondern vielmehr um den MSV Duisburg.“
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