2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 18.57 Uhr

Flüchtlings-Aktion "Wir helfen"
Auch Bochum und Freiburg verzichten

Sandhausen - Bochum
Sandhausen - Bochum FOTO: dpa, ua fdt
Düsseldorf. Nach dem FC St. Pauli werden sich auch die Zweitligisten Union Berlin, VfL Bochum und SC Freiburg nicht an der Flüchtlings-Aktion "Wir helfen" beteiligen.

Wie die Berliner am Donnerstag mitteilten, wird der Klub "an der für den kommenden Bundesligaspieltag geplanten Aktion einer Boulevardzeitung nicht teilnehmen". Dies verkündeten am Abend auch Tabellenführer VfL und der Bundesliga-Absteiger Freiburg.

Der 1. FC Nürnberg will die Aktion zwar generell unterstützen, aber auf die "besondere Promotion des Medienpartners verzichten". Was dies bedeute, werde erst am Samstag gelüftet.

Union hilft mit eigenen Maßnahmen und stellt unter anderem das geplante Fanhaus mit einer Fläche von 1200 Quadratmetern für die Wintermonate als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung.

"Berlin ist darauf angewiesen, alle Reserven zu erschließen, um das Unterbringungsproblem zu lösen. Wir haben die Möglichkeit, dazu einen Beitrag zu leisten, indem wir selber verzichten. Natürlich hätten wir unser Fanhaus sehr gerne anlässlich unseres 50. Vereinsgeburtstag im Januar eröffnet, aber wenn wir akute Not lindern können, dann tun wir das selbstverständlich", sagte Unions Fanhaus-Leiter Sven Mühle.

Genau wie der FC St. Pauli werden die Berliner hingegen nicht an der für alle Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga freiwilligen Kampagne der Liga, des DFL-Partners Hermes und der "Bild"-Zeitung teilnehmen. Bei den übrigen Profiklubs soll am kommenden Spieltag "Wir helfen - #refugeeswelcome" auf dem Trikotärmel stehen.

Die Eisernen engagieren sich bereits seit Monaten für die Integration von geflüchteten Menschen in der Hauptstadt. Die Teilnahme am 1. Berliner Flüchtlings-Sport-Kongress im Oktober des vergangenen Jahres bildete den Auftakt zu einer Vielzahl von Maßnahmen.

"Wir sind humanistischen Grundwerten verpflichtet und können hier in unserer Stadt, in unserem Umfeld denjenigen helfen, die unsere Hilfe brauchen", sagte Union-Präsident Dirk Zingler: "Wenn durch die Bereitstellung unserer Flächen nur eine Sporthalle in Berlin weniger umgewidmet werden muss, ist allen geholfen."

Auch die Bochumer verwiesen auf ihr soziales Engagement: "Bereits im vergangenen Jahr haben wir Flüchtlinge zu uns ins Stadion eingeladen, haben mit ihnen im Frühjahr dieses Jahres trainiert, ließen ihnen noch beim vergangenen Heimspiel gegen 1860 München per TV-Bande Grußbotschaften zukommen und haben sie erst in der letzten Woche durch Kleiderspenden unterstützt." Der SC Freiburg teilte mit, er engagiere sich seit Jahren in der Flüchtlingshilfe und stehe bei seinem sozialen Engagement für nachhaltige und langfristige Unterstützung vor Ort.

Der 1. FC Nürnberg listete ebenfalls seine Sozialprojekte auf und kündigte ein verstärktes Engagement in der Flüchtlingshilfe an. "Zusammen mit der Bundesliga-Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung wird der Club im Herbst das Projekt 'Willkommen im Fußball' initiieren", schrieb der FCN. Fußball solle "für die jungen Geflüchteten zu einem wichtigen Baustein der Integration werden".

(sid)
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