Fortuna: Viel Zunder in Berlin
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 15.08.2009 - 06:33Düsseldorf (RP). Die beiden großen 3:0-Sieger vom Auftaktwochenende der Zweiten Fußball-Bundesliga treffen am Samstag (13 Uhr, Live-Ticker) aufeinander: die Aufsteiger Union Berlin und Fortuna. Torhüter Michael Melka fehlt, dafür gibt es einige knifflige Randaspekte.
Kenan Sahin und Fortuna - das passte einfach nicht. Mit großen Hoffnungen war der mit Zweitliga-Erfahrung ausgestattete Stürmer nach Düsseldorf gekommen, doch nach einem ordentlichen Start ging es immer weiter bergab. Sportlich, aber auch im Verhältnis zu Fans und Teamkameraden. Nachdem Trainer Norbert Meier Sahin in Folge eines Trainingsstreits nach Hause geschickt hatte, standen die Zeichen auf Trennung.
Der Stürmer wechselte zu Union Berlin und fand seine Form wieder. Kenan Sahin erzielte wichtige Treffer, war maßgeblich am souveränen Aufstieg der Berliner in die Zweite Bundesliga beteiligt. Und auch wenn er beim 1:0-Erfolg Unions bei Fortuna in der Rückrunde der Vorsaison nicht selbst traf, wird ihm dieser Sieg besonders gut getan haben. Heute um 13 Uhr erwartet der Deutsch-Türke seine alten Kollegen zum ersten Mal in seiner neuen Heimat, dem Stadion Alte Försterei im idyllischen Köpenick.
Geplante Aufstellung in Berlin
Fortuna: Ratajczak - Weber, Cakir, Anderson, van den Bergh - Sieger - Fink, Christ, Caillas (Lambertz) - Bulykin, Jovanovic
Der „Fall Sahin“ ist aber nicht die einzige zusätzliche Würze, die das Duell der beiden zum Auftakt so erfolgreichen Aufsteiger bekommt. Weiteren Zündstoff birgt die Partie durch das Aufeinandertreffen von Olivier Caillas und Macchambes Younga-Mouhani. Der Berliner hatte nach dem Schlusspfiff des bislang letzten Vergleichs beider Teams Beschuldigungen gegen Caillas erhoben, die das DFB-Sportgericht längere Zeit beschäftigten. Beweise konnte Younga letztlich nicht erbringen, und so kam es zu keiner Sperre oder Geldstrafe. Folgen hatte das Ganze dennoch, denn der Düsseldorfer verklagte im Anschluss bundesweit viele Medien, die über die Vorgänge berichtet hatten. Heute in der Alten Försterei sehen sich nun erstmals seit dem Vorfall Caillas und Younga-Mouhani auf dem Platz wieder.
Viel Rummel abseits des Rasens also - dabei hätte die sportliche Ausgangsposition nach den 3:0-Siegen beider Teams am ersten Spieltag schon genug Werbung betrieben. Und so wird Fortunas Team, das gestern Nachmittag in die Hauptstadt flog, dann auch von mehr als 2000 Fans begleitet. Zu Hause blieb dafür Torhüter Michael Melka, den weiterhin eine schmerzhaften Zehenverletzung plagt. Für ihn steht heute Michael Ratajczak im Tor, wie schon am vergangenen Samstag in der zweiten Hälfte gegen Paderborn. Den Mitspielern jagt das keine Angst ein, wie Andreas Lambertz’ Ansicht beweist: „Wir haben volles Vertrauen zu ,Rata’. Ist doch klasse, wenn man zwei starke Torhüter hat.“
Bevor er seine Jungs in den Flieger bat, ließ Meier noch das Abschlusstraining absolvieren. Und er erwies sich dabei als geschickter Psychologe: Bei einer Kleingruppen-Übung packte er Ranisav Jovanovic und Robert Palikuca, die am Mittwoch im Training aneinandergeraten waren (siehe Info) in ein Team. Beide gingen höflich miteinander um - nicht die schlechteste Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinander heute in Köpenick.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




