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2. Bundesliga: Wettskandal erreicht Fortuna Düsseldorf

VON GIANNI COSTA UND BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 27.11.2009 - 07:17

Düsseldorf (RP). Kapitän Ben Abelski und Torwart Maximilian Schulze Niehues aus dem Regionalliga-Team sind am Donnerstagmorgen von der Bochumer Polizei zur Vernehmung geladen worden - nach Vereinsangaben als Zeugen. Die erste Mannschaft des Klubs ist offenbar von den Ermittlungen nicht betroffen.

Der internationale Fußball-Wettskandal hat jetzt auch Fortuna Düsseldorf erreicht. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Polizei Donnerstagmorgen gegen sieben Uhr zwei Spieler der zweiten Mannschaft zur Vernehmung abgeholt. Laut Pressemitteilung des Vereins handelt es sich dabei um Kapitän Ben Abelski und Torhüter Maximilian Schulze Niehues. Offenbar wurden auch die Wohnungen der beiden durchsucht.

Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek, Sprecher der ermittelnden Justizbehörde in Bochum, sagte: „Hausdurchsuchungen können sowohl bei Zeugen als auch bei Beschuldigten angeordnet werden. Das ist ein ganz normaler Vorgang in einem solchen Verfahren.“

Der Verein geht zunächst davon aus, dass Abelski und Schulze Niehues nicht als Beschuldigte, sondern als Zeugen vernommen wurden. „Im Moment wissen wir aber noch gar nichts“, sagte Fortunas Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth. Am Abend erschien Schulze Niehues wie gewohnt zum Training seines Teams, äußerte sich aber nicht zu den Geschehnissen am Morgen. Abelski fehlte - allerdings wegen einer Verletzung, die schon am vorigen Samstag seinen Einsatz in Verl verhindert hatte. Später gab Fortuna die Mitteilung heraus, beide Akteure hätten eine Erklärung unterschrieben, dass sie nichts mit den Wettskandal zu tun hätten.

Info

Im Wortlaut

Abelski und Schulze Niehues unterzeichneten folgende Erklärung:

„Ich (…) erkläre hiermit ausdrücklich, dass ich nie um Geld auf Fußballspiele meiner eigenen Mannschaft gewettet habe und ich niemals in dieser Hinsicht von jemandem kontaktiert wurde. Mir ist niemals Geld angeboten worden, um ein Spiel meiner Mannschaft zu manipulieren. Ich habe niemals ein Spiel manipuliert oder versucht, ein Spiel zu manipulieren. Ich habe auch niemals innerhalb meiner Mannschaft von einer Manipulation gehört.“

Wie unsere Zeitung erfuhr, geht es bei der Untersuchung um drei Spiele der in der Regionalliga aktiven zweiten Mannschaft, die allesamt verloren wurden: das 0:3 bei der Zweitvertretung von Schalke 04 am 31. Oktober dieses Jahres sowie das 1:3 gegen den 1.FC Kaiserslautern II eine Woche zuvor. Zudem steht eine Partie aus der Rückrunde der Vorsaison im Fokus, als Fortunas „Zweite“ noch in der NRW-Liga spielte. Am 3. Mai hatten die Düsseldorfer in Bonn 1:4 verloren.

Der 21-jährige Torhüter Schulze Niehues stand auch schon im Kader der ersten Mannschaft in der 2.Bundesliga. Abelski wurde in der Vergangenheit ebenfalls schon in der „Ersten“ eingesetzt. Dennoch ist die Mannschaft von Trainer Norbert Meier nach Informationen dieser Zeitung nicht Gegenstand der Ermittlungen. „Nirgendwo, nicht einmal ansatzweise“, versichert Frymuth.

Diese Sicherheit kann er indes zurzeit noch gar nicht haben. Denn die Staatsanwaltschaft ist Herr des Verfahrens und verweigert mit Hinweis auf die Ermittlungen Einblicke in die bisherigen Erkenntnisse. „So ist bei uns in Deutschland die Rechtswirklichkeit“, sagt der renommierte Sport-Jurist Christoph Schickhardt.

Er vertritt unter anderem den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Dessen zweite Mannschaft soll in den Strudel des Manipulationsskandals geraten sein, offenbar ging die kriminelle Energie aber von Spielern des SC Verl aus, einem der Kontrahenten in der vorigen Regionalligasaison. „Details sind mir nicht bekannt. Ich habe einen Brief an die Staatsanwaltschaft geschickt und warte nun auf die entsprechende Antwort“, erzählt Schickhardt.

Auf die hofft nun auch Fortuna Düsseldorf.


 
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