Steinhauser erwägt juristische Schritte: Galdeano vor Gesamtsieg bei der Deutschland-Tour
zuletzt aktualisiert: 08.06.2002 - 17:34Oberstdorf (rpo). Igor Gonzalez de Galdeano ist der Gesamtsieg bei der Deutschland-Tour beinahe nicht mehr zu nehmen. Nachdem eine direkte Konfrontation mit seinem härtesten Konkurrenten Aitor Garmendia auf der 6. Etappe mit vier Bergewertungen ausblieb, hat der Once-Fahrer vor der 7. und letzten Etappe am Sonntag von Biberach nach Stuttgart weiter 13 Sekunden Vorsprung.
Auf dem Weg über 191 km von Friedrichshafen nach Oberstdorf durch die verregneten Alpen hatte sich nach der Hälfte des Rennens eine neunköpfige Spitzengruppe ohne Favoriten herauskristallisiert. Sie machte den Tagessieg unter sich aus: Stephan Augé, im Gesamtklassement weit abgeschlagen, sicherte sich die Etappe vor seinem Landsmann Jimmi Engoulvant. Der Franzose vom nachträglich zur Tour de France zugelassenen Team Jean Delatour siegte im Spurt der auf sieben Fahrer zusammen geschrumpften Kopfgruppe.
Noch vor dem Aufstieg zum Rietbergpass, mit 1420 Metern der höchste Punkt der Deutschland-Tour, welche in ihrer 81-jährigen Geschichte zum ersten Mal die Alpen passierte, bildete sich die neunköpfige Spitzengruppe aus neun verschiedenen Rennställen. Die bis zu 18 Minuten Vorsprung der Ausreißer waren den Verfolgern zu viel. Bei unwirtlichen Bedingungen mit Regen und Sturm erreichten die Ausreißer, zersprengt in zwei Gruppen, das Ziel mit 11:18 Minuten Vorsprung vor dem Verfolgerfeld. Der dreifache Etappensieger Erik Zabel (Unna) überließ dem Australier Stuart O'Grady Platz zehn.
Tobias Steinhauer aus Scheidegg erwägt unterdessen juristische Schritte, nachdem ihn auf der fünften Etappe ein Fahrzeug ein Jury- Mitglieds angefahren und verletzt hatte. "Wir sind vorne völlig ruhig gefahren. Es herrschte überhaupt keine Hektik. Plötzlich kommt von hinten der Wagen der Organisation angebrettert und fuhr mich und weitere Fahrer in den Graben. Ich erlitt Schürfwunden und Hämatome. Der Fahrer hat nicht ein Mal angehalten - ich hätte tot sein können", sagte Steinhauser am Samstag in einem Interview mit dem Internet- Anbieter "radsportnews.com" und kündigte an, unter Umständen juristische Schritte einzuleiten. Die Organisation der Deutschland- Tour kündigte nach dem skandalösen Vorfall eine offizielle Erklärung nach Etappen-Ende in Oberstdorf an.
Der nach seiner Knie-Operation rekonvaleszente Jan Ullrich äußerte sich zufrieden über das Abschneiden seines Teams, das in der Gesamtwertung keine Rolle mehr spielt. "Das Team war auf Erik Zabel ausgerichtet, weil ich verletzt bin und auch Andreas Klöden nach seinen Knie-Problemen noch nicht so weit ist. Erik hat bisher von fünf Etappen drei gewonnen - eine gute Bilanz", sagte Ullrich, der mit einem Rehabilitation-Programm begann.
Die 7. und letzte Etappe führt am Sonntag über 172 km von Biberach nach Stuttgart. Änderungen sind im Gesamtklassement dabei nicht mehr zu erwarten.
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