Eisschnelllauf: Sprint-WM in Inzell: Garbrecht-Enfeldt auf Platz zwei nach dem ersten Tag
zuletzt aktualisiert: 20.01.2001 - 18:35Inzell (dpa). Monique Garbrecht-Enfeldt muss das Unternehmen "Titel-Hattrick" am Sonntag aus der Lauerstellung angehen. Nach dem ersten Tag der Sprint-Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer in Inzell rangiert die Berlinerin knapp hinter der Japanerin Eriko Sanmiya auf dem zweiten Platz. "Klar, dass ich nun angreifen will. Aber ich bin mit dem ersten Tag sehr zufrieden", meinte die 32- jährige Blondine, die schon vor zehn Jahren an gleicher Stelle WM- Gold gewann und nach ihren WM-Erfolgen von 1999 und 2000 nun als erste Frau den "Hattrick" und die rund 50 000 Mark Preisgeld für den Titel anstrebt.
Über 500 m rangierte sich der Schützling von Erfolgstrainer Joachim Franke bei guten äußeren Bedingungen auf dem dritten Platz ein. Angefeuert von knapp 4 000 Besuchern musste sie sich in 39,00 Sekunden der Seriensiegerin der Saison, der kanadischen Olympiasiegerin Catriona LeMay-Doan (38,71), die das Jahr in Calgary mit einem 500-m-Weltrekord (37,40) eröffnet hatte, beugen. Auch Sanmiya (38,91) war noch schneller als die Mitfavoritin aus Berlin. "Die Zeit ist okay, obwohl 38,99 besser geklungen hätte. Das Eis war heute nicht ganz so schnell wie noch am Freitag im Training", so die Hauptstädterin.
Über 1 000 m drehte die Berlinerin im direkten Duell mit LeMay- Doan den Spieß um und lief in 1:17,31 Minuten die schnellste Zeit der Konkurrenz. Damit verkürzte sie den Rückstand auf Sanmiya, die in 1:17,33 Zweite wurde, für die 500 m am zweiten Tag auf acht Hundertstel. "Ich habe alles gegeben", sagte Monique Garbrecht noch nach ihrem Superlauf. "Monique ist gut mit dem hohen Erwartungsdruck fertig geworden. Morgen werden wir weiter kämpfen", zog Franke eine erste Zwischenbilanz.
Nach den sturzbedingten Ausfällen von Anni Friesinger (Inzell), die am Wochenende wieder in das Eistraining einsteigen wollte, und Sabine Völker (Erfurt), konnten die anderen drei deutschen Starterinnen nicht in den Kampf um Spitzenplatzierungen eingreifen.
Auch die deutschen Herren spielten im Konzert der Weltelite erwartungsgemäß keine entscheidende Rolle. Bei Sonnenschein und Temperaturen um den Gefrierpunkt hatte der Berliner Michael Künzel Pech, als er über 500 m vom Ungarn Zsolt Balo behindert wurde. Im Wiederholungslauf kam der deutsche Meister in 36,47 Sekunden nur auf Platz 20.
Schnellster Sprinter auf der Kurzdistanz war einmal mehr der japanische "Eis-Floh" Hiroyasu Shimizu. In 35,26 Sekunden verfehlte der Olympiasieger seine eigenen Freiluft-Weltrekord nur um zwei Hundertstelsekunden. Auch die nächstplatzierten Mike Ireland (Kanada/38,45) und Manabu Horii (Japan/35,57) blieben klar unter der 36-Sekunden-Marke, während Titelverteidiger Jeremy Wotherspoon zum Auftakt mit Platz vier (35,81) unzufrieden war.
Eisschnelllauf, 30. Sprint-Weltmeisterschaften in Inzell, 1. Tag:
Damen:
500 m: 1. Catriona LeMay-Doan (Kanada) 38,71 Sekunden, 2. Eriko Sanmiya (Japan) 38,91, 3. Monique Garbrecht-Enfeldt (Berlin) 39,00, 4. Swetlana Schurowa (Russland) 39,13, 5. Aki Tonoike (Japan) 39,37, 6. Andrea Nuyt (Niederlande) 39,38, ... 14. Marion Wohlrab (Pfaffenhofen) 39,93, ... 21. Emese Hunyady (Österreich) 40,24, ... 24. Jenny Wolf 40,43, 25. Christina Zummack (beide Berlin) 40,46.
1.000 m: 1. Garbrecht-Enfeldt 1:17,31 Minuten, 2. Sanmiya 1:17,33, 3. Marianne Timmer (Niederlande) 1:18,10, 4. Warwara Barischewa (Russland) 1:18,21, 5. Tonoike 1:18,22, 6. Chris Witty (USA) 1:18,38, ... 14. Wohlrab 1:19,92, 15. Hunyadi 1:19,96 ... 28. Wolf 1:22,57, ... 30. Zummack 1:22,63.
Gesamtstand nach zwei von vier Rennen: 1. Sanmiya 77,575 Punkte, 2. Garbrecht-Enfeldt 77,655, 3. LeMay-Doan 78,020, 4. Schurowa 78,445, 5. Tonoike 78,480, 6. Nuyt 78,620, ... 13. Wohlrab 79,890, ... 17. Hunyady 80,030, ... 25. Wolf 81,715, ... 27. Zummack 81,775.
Herren:
500 m: 1. Hiroyasu Shimizu (Japan) 35,26 Sekunden (Bahnrekord), 2. Mike Ireland (Kanada) 35,45, 3. Manabu Horii (Japan) 35,57, 4. Jeremy Wotherspoon (Kanada/TV) 35,81, 5. Toyoki Takeda (Japan) 35,82, 6. Jan Bos (Niederlande) 35,86, ... 20. Michael Künzel (Berlin) 36,47, ... 27. Christian Breuer (Grefrath) 36,78, ... 32. Andreas Behr (Erfurt) 36,94, ... 34. Jan Waterstradt (Berlin) 37,11
1.000 m: 1. Erben Wennemars (Niederlande) 1:10,87 (Bahnrekord), 2. Adne Söndral (Norwegen) 1:11,08, 3. Sergej Klewtschenja (Russland) 1:11,12, 4. Gerard van Velde (Niederlande) 1:11,16, 5. Ireland 1:11,21, 6. Bos 1:11,35, ... 17. Künzel 1:12,27, ... 22. Breuer 1:12,76, ... 29. Waterstradt 1:13,60, ... 32. Behr 1:14,23
Gesamtstand nach zwei von vier Rennen: 1. Ireland 71,055 Punkte, 2. Shimizu 71,345, 3. Horii 71,520, 4. Bos 71,535, 5. Wotherspoon 71,650, 6. van Velde 71,700, ... 17. Künzel 72,605, ... 27. Breuer 73,160, ... 31. Waterstradt 73,910, 32. Behr 74,055
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