Spanierin steht im Finale: German Open: Martinez schlägt Hingis
zuletzt aktualisiert: 13.05.2000 - 21:41Berlin (sid). Conchita Martinez aus Spanien hat bei den 93. German Open die Titelverteidigerin Martina Hingis entzaubert und sich ins Feld der Favoritinnen für die French Open katapultiert.
Die 28 Jahre alte Wimbledonsiegerin von 1994 setzte sich im Halbfinale des mit 1,08 Millionen US-Dollar dotierten WTA-Turniers in Berlin mit 7:5, 6:4 gegen die neun Jahre jüngere Weltranglistenerste durch. Im Finale am Sonntag trifft sie auf die Südafrikanerin Amanda Coetzer, die in einem südafrikanischen Duell mit 6:2, 6:4 gegen Joannette Kruger die Oberhand behielt.
Nach ihrem Halbfinal-Aus wird Martina Hingis damit an der Spitze des Computers-Rankings am kommenden Montag wieder von Lindsay Davenport aus den USA abgelöst, nachdem sie die Pole Position erst in dieser Woche nach ihrem Turniersieg am Hamburger Rothenbaum wieder übernommen hatte. "Es ist wie ein Wunder. Martina ist schließlich die Nummer eins", sagte eine freudestrahlende Martinez, die in den letzten acht Begegnungen gegen Hingis nicht einen Satz gewinnen können.
"Sand ist der beste Belag für mich und heute hat einfach alles geklappt", analysierte die häufig phlegmatisch wirkende Spanierin, die auf dem mit 6.000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Center Court des LTTC Rot-Weiß eine glänzende Vorstellung ablieferte. Die Tempowechsel, knallharten Gewinnschläge mit der Vorhand und gefühlvolle Stopps der Spanierin schmeckten Hingis überhaupt nicht.
"Ich habe versucht die Ballwechsel kurz zu halten, weil ich immer müder wurde", erklärte Hingis ihre zunehmend hektische Spielweise. Bereits im 65 Minuten langen ersten Satz hatte Martinez auf alle Versuche ihrer Gegnerin die bessere Antwort und entschied den Satz mit einem Vorhandschlag die Linie entlang. Hingis ging im zweiten Satz zwar mit 4:2 in Führung, aber Martinez gewann vier Spiele in Folge und verwandelte nach 1:42 Stunden den zweiten Matchball.
"Natürlich bin ich enttäuscht. Aber dann kann ich in Rom auch mal eine Nummer eins schlagen", kündigte Hingis an, die ebenso wie die versammelte Weltklasse in der kommenden Woche bei den Italian Open im Foro Italico antritt. Allerdings gab sie zu, dass die europäischen Aschenplätze, auf denen sie in diesem Jahr nur vier Turniere bestreitet, nicht ihr Lieblingsuntergrund ist. Für Martinez hingegen sind bereits die am 29. Mai beginnenden French Open in Paris das große Ziel: "Ich bin schon gespannt auf Roland Garros. Ich hoffe ich kann in diesem Jahr bis zum Ende durchmarschieren."
Wie erwartet hatte im zweiten Match des Tages Huber-Bezwingerin Amanda Coetzer nur wenig Mühe mit Joannette Kruger. Gegen die läuferisch deutlich überlegene 16. der Weltrangliste brachte die 26-Jährige Kruger nur am Ende des zweiten Satzes ihre offensive Spielweise phasenweise durch und zeigte ihr kämpferisches Potenzial. Erst am späten Freitag abend hatte sich Kruger im Viertelfinale nach einem 0:5-Rückstand im dritten Satz bei Abwehr von vier Matchbällen noch mit 2:6, 6:3, 7:6 (7:5) gegen die Russin Elena Dementiewa duchgesetzt.sid sc cf
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