"Bin mit meinem Spiel sehr zufrieden": Golf: Langer ist wieder reif für den Sieg
zuletzt aktualisiert: 31.07.2000 - 12:22Neuss/Noordwijk (sid). Am Ende wusste Bernhard Langer nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Platz zwei bei der Dutch Open in Noordwijk war zwar das mit Abstand beste Saisonergebnis für Deutschlands Vorzeigegolfer, doch zum ersten Turniersieg seit dem 16. November 1997 beim Argentina Masters in Buenos Aires fehlten dem 42-Jährigen vier Schläge.
"Mir hat nur ein wenig Glück gefehlt, denn Chancen auf den Grüns hatte ich genug. Zudem hat mir das Bogey am achten Loch der Schlussrunde wehgetan. Bis dahin lief es ausgezeichnet", sagte Langer, der unabhängig von der Platzierung vor allem eines demonstrierte: Er ist wieder reif für den Sieg.
Angedeutet hatte sich der sportliche Aufschwung bereits bei der British Open eine Woche zuvor in St. Andrews, wo Platz zwei hinter Sieger Tiger Woods möglich war, aber am Ende "nur" der dennoch hervorragende elfte Rang heraussprang. Am Dienstag folgte ein klarer Sieg gegen Schwedens Weltklassemann Jesper Parnevik bei einem Einladungsturnier in Oslo. Und nun Noordwijk. "Ich bin mit meinem Spiel im Moment sehr zufrieden. Ich treffe den Ball gut, halte mein Spiel gut zusammen", sagt Dauer-Skeptiker Langer, aus dessen Mund solche Worte beinahe schon enthusiastisch klingen.
Die Rückkehr in die europäische Spitze hat Bernhard Langer keiner neuen Zauberformel zu verdanken, sondern seinem ehernen Prinzip der harten Arbeit. Training, Training und nochmal Training - so lautet Langers Devise, mit der aus einem keinesfalls begnadeten Talent ein Profigolfer der Extra-Klasse geworden ist. Und Dank seiner manchmal schon besessenen Suche nach der Perfektion kann Langer wie kein anderer Spieler über einen so langen Zeitraum eine derartige Konstanz verweisen.
15 Mal seit 1980 schloss der zweimalige US-Masters-Champion die europäische Saison unter den "Top Ten" der Geldrangliste ab, das hat auf der Tour kein anderer geschafft, selbst seine langjährigen Wegbegleiter Severiano Ballesteros (Spanien) und Nick Faldo (England) nicht. Nur der Schotte Colin Montgomerie hat dank der ständig steigenden Siegprämien auf der Europa-Tour mit rund 24,5 Millionen Mark mehr verdient als der vierfache Familienvater aus dem schwäbischen Anhausen, der auf stolze 16,327 Millionen Mark kommt.
Mit 300.000 Mark wurde die Familienkasse bei der Dutch Open aufgestockt, wo er 1984 und 1992 jeweils gewonnen hatte. Weiterer Lohn für die jüngsten sportlichen Höhenflüge: Langer spannt sich mit seinem fünfköpfigen Anhang erstmal eine Woche an Portugals Algarve aus. Dann stehen das British Masters in Woburn und die US-PGA-Championship in Louisville/Kentucky, das letzte der vier Major-Turniere des Jahres, auf seinem Turnier-Kalender.
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