Abbruch wegen Nebels: Golf: Überragender Woods übernahm Führung
zuletzt aktualisiert: 16.06.2000 - 10:54Pebble Beach (dpa). Superstar Tiger Woods hat trotz Nebels den Durchblick behalten und sich nach dem ersten Tag der 100. US Open mit einer überzeugenden Vorstellung an die Spitze des 156 Golfprofis umfassenden Teilnehmerfeldes gesetzt. Der amerikanische Weltranglistenerste trumpfte am Donnerstag (Ortszeit) auf dem Par-71- Kurs im kalifornischen Pebble Beach mit einer 65 Runde auf. So gut hatte noch keiner in der Open-Geschichte diesen Wettbewerb begonnen.
Ob Woods, der seinen ersten US-Open-Erfolg anstrebt, tatsächlich bester Spieler des ersten Tages war, musste allerdings offen bleiben. Kurz vor 16.00 Uhr wurde der mit 4,5 Millionen Dollar dotierte Wettbewerb wegen Nebels abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 75 Spieler auf der Anlage direkt am Pazifik unterwegs. Unter ihnen war auch der einzige Deutsche, Bernhard Langer.
Der Anhausener hatte zu diesem Zeitpunkt sechs Löcher gespielt und lag nach einem Bogey am zweiten Loch einen Schlag über Par. Masters- Gewinner Vijay Singh (Fiji) liegt bei bislang sieben gespielten Löchern auf Par-Kurs. Die "Nachsitzer" müssen am (heutigen) Freitag morgen ab 6.45 Uhr ihre erste Runde zu Ende spielen, ehe sie am Nachmittag zur zweiten Runde antreten können.
Die besten Chancen Woods noch vom ersten Rang zu verdrängen, hat Nick Faldo. Der Engländer steht nach dem 13. Loch mit vier Schlägen unter Par zu Buche. Vorläufiger Zweiter nach Abschluss der kompletten Runde ist der Spanier Miguel Angel Jimenez mit 66 Schlägen. "Mir hat der Nebel nichts ausgemacht. Dadurch können wir wenigstens ohne zu schwitzen spielen. Die Sonne hier ist wahnsinnig stark", meinte der Europäer. Dritter ist John Houston (USA) mit 67 Schlägen.
"Der Tiger hat wieder unglaublich gespielt", befand Woods renommierter Landsmann Tom Lehman voller Bewunderung. Der Seriensieger leistete sich nicht einen Bogey und schaffte sechs Birdies. Vor dem ersten Abschlag hatte Woods allerdings kein gutes Gefühl. "Ich fühlte mich mies. Beim Einspielen kam kaum ein Schlag wie gewünscht. Ich befürchtete schlimmes", erzählte Woods, der mit bewundernswertem Selbstbewusstsein den nächsten Tagen entgegen sieht.
"Es ist besser von vorn zu spielen als aus der Verfolgerolle. Für mich ist das ideal", sagte der farbige Topfavorit, der sich mit seiner Ignoranz am Vortag beim Gedenken an Payne Stewart keine Freunde gemacht hat. Während 40 Golfprofis nach 21 Salutschüssen ihren Ball in die Carmel Bay schlugen, trainierten Woods und sein Freund Mark O'Meara (USA) in unmittelbarer Nähe. Titelverteidiger Stewart war vier Monate nach seinem Triumph bei den US Open am 25. Oktober vorigen Jahres beim Absturz seines Privatjets ums Leben gekommen.
Golf in Zahlen:
Zwischenstand der 1. Runde nach Abbruch wegen Nebels:
1. Tiger Woods (USA) 65 Schläge 2. Miguel Angel Jimenez (Spanien) 66 3. John Huston 67 4. Bobby Clampett 68 5. Hal Sutton 69 Rocco Mediate (alle USA) 69 Angel Cabrera (Argentinien) 69 8. u.a. Jose Maria Olazabal (Spanien) 70 Thomas Björn (Dänemark) 70 ... 11. u.a. Lee Westwood (England) 71 Phil Mickelson 71 Tom Lehmann (beide USA) ... 38. u.a. Bernhard Langer (Anhausen) eins über Par nach sechs Löchern
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