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Mini-Revolution auf den Grüns
Beinfreiheit für die Golfer

Mini-Revolution auf den Grüns: Beinfreiheit für die Golfer
Golfer dürfen nun im Training Beine zeigen. FOTO: afp, RAB
Frankfurt/Main. Der Golfsport ist im 21. Jahrhundert angekommen - zumindest ein bisschen. Seit Dienstag wird es den Spielern auf der European Tour gestattet, Shorts zu tragen. Derzeit zwar nur im Training, bald aber vielleicht auch während der Turniere.

Ian Poulter sprang vor Freude förmlich in die Luft, und auch für Golf-Superstar Rory McIlroy war die Entscheidung die einzig Richtige. "Es gibt ja auch wirklich keinen Grund, es nicht zu erlauben", sagte der Nordire freudig, nachdem sich die European Tour endlich zur Mini-Revolution durchgerungen hatte: Das Tragen von kurzen Hosen ist ab sofort erlaubt, zumindest im Training. "Ich denke nicht, dass es die Tradition oder Etikette des Spiels beeinflusst", sagte McIlroy.

Immer wieder hatten sich die millionenschweren Ballvirtuosen beschwert - so gut das in diesem Gentlemen-Sport eben geht - und auf diesen Schritt gehofft. Erst in der vergangenen Woche veröffentlichte Darren Clarke, in diesem Jahr Kapitän des europäischen Ryder-Cup-Teams, wieder ein Bild, das ihn völlig durchnässt im langärmligen Hemd und in langen Hosen zeigte. "Schaut ja ganz cool aus", schrieb Ex-Profi Chubby Chandler dazu: "Da bahnt sich wohl ein Antitranspirant-Deal an."

Am Dienstag meldete dann European-Tour-Chef Keith Pelley höchstpersönlich Vollzug. Der Brite nutzte diese Möglichkeit gleich, um der noch immer konservativen Sportart ein bisschen Frische zu verleihen. Shorts, führte Kelly also aus, seien ja "eine ganz natürliche Entwicklung, die unser Spiel modernisiert." Auch die jüngere Generation adoptiere Golfmode, "und die Entscheidung entspricht daher nicht nur den Wünschen der Spieler, sondern auch denen der Fans."

Poulter, Clarke, deren Ryder-Cup-Kollege Lee Westwood sowie Ernie Els aus Südafrika packten die Gelegenheit dann auch prompt beim Schopf und zeigten auf den Proberunden des Turniers in Abu Dhabi Bein. Vor allem Poulter, der auf Twitter quietschbunte Modelle seiner eigenen Kollektion veröffentlichte, war begeistert. "Ich liebe es, Shorts zu tragen. Die Entscheidung ergibt Sinn", schrieb der Engländer.

Während der Turnierrunden sind kurze Hosen aber nach wie vor tabu, eine Strafzahlung von 575 Euro wird bei einem Verstoß fällig. Im Gegensatz zur US-Tour, wo seit 1999 nur Caddies Shorts tragen dürfen - die Herzattacke eines gewissen Garland Dempsey war dafür der Auslöser -, sind die Europäer nun aber so richtig fortschrittlich.

"Das ist fantastisch. Liebend gerne würde ich es auch auf der US-Tour sehen", sagte der Weltranglistenerste Jordan Spieth voller Neid. "Die Spieler hier scheinen es alle zu mögen. Ich habe nicht eine Person gehört, die sich darüber beklagt hat."

So erfreulich die Erlaubnis der European Tour auch ist - eigentlich hätte sie viel früher kommen müssen. Zudem messen die Verantwortlichen wohl mit zweierlei Maß. "Den Frauen", verriet der deutsche Profi Bernd Ritthammer via Facebook nämlich, "wird auf der Ladies European Tour geraten, ihre Kleidung möglichst knapp zu tragen, um Zuschauer anzulocken!"

Ob das bei den Männern nun auch klappen wird?

(ems/sid)
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