| 08.05 Uhr

Ansehen auf dem Prüfstand
Golf bleibt olympisch

Alex Cejka spielt in Rio stark auf
Alex Cejka spielt in Rio stark auf FOTO: afp
Düsseldorf. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat beschlossen, Golf weiter im olympischen Programm zu behalten. Nach den Absagen zahlreicher Stars für Rio 2016 kommt das Ansehen des Golfsports als olympische Disziplin erneut auf den Prüfstand. Von Laura Harlos

Es war die Rückkehr nach 112 Jahren Olympia-Abstinenz: Zuletzt hatte Golf bei den dritten Olympischen Spielen 1904 in St. Louis, im US-Bundesstaat Missouri, im Programm gestanden. 2016 in Rio de Janeiro feierte der Sport als olympische Disziplin sein Comeback. Bis Paris 2024 soll Golf sicher unter den 28 Olympia-Sportarten bleiben. Das hat das IOC auf seiner Sitzung im peruanischen Lima entschieden.

Der Status des Golfsports bei Olympia hat in Rio gelitten. In Brasilien wurde das olympische Golf-Turnier zur Farce. Dabei war die Vorfreude bei den internationalen Golfverbänden riesig, der Aufwand um die vorher durchgeführte "Olympia-Werbetour" mit Spitzengolferinnen und -golfern wie Anika Sörenstamm, Tiger Woods oder Phil Mickelson schien sich auszuzahlen.

Doch es hagelte Absagen. Absagen von oben, von den Erfolgreichsten der Welt, besonders aus dem Teilnehmerfeld der Männer. Aus den Top 50 der Welt sagten gerade einmal 17 Golfer zu. In Jordan Spieth, Jason Day, Dustin Johnson und Rory McIlroy boykottierten die vier besten Golfer die Spiele.

Fast alle begründeten ihre Absage mit dem hohen Risiko des Zika-Virus für die Familienplanung. Denn vor allem für Schwangere und deren ungeborene Kinder ist der Virus gefährlich. "Das war die härteste Entscheidung meines Lebens, aber ich kann meine Sorgen nicht ignorieren", sagte der aktuelle Weltranglistenzweite aus den USA, Jordan Spieth. Doch nicht alle Sportler konnten glaubhaft versichern, dass sie allein aus gesundheitlichen Gründen den Olympischen Spielen fernblieben.

Im Juni 2016 begründete der damalige Weltranglisten-Vierte Rory McIlroy (aktuell Platz acht) seine Nichtteilnahme zunächst mit dem Zika-Virus. Zwei Monate vor seiner Absage soll der Golfprofi aus Nordirland Urlaub mit seiner Freundin auf Barbados gemacht haben - dort, wo die Zika-Gefahr ähnlich eingestuft wurde wie in Brasilien. Auf einer Pressekonferenz während der British Open rückte McIlroy mit dem wahren Grund für seine Absage heraus.

"Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass ich hier unseren Sport vernachlässige", sagte der 28-Jährige. "Ich wollte Golf spielen, weil ich Turniere gewinnen wollte und nicht, weil ich dafür sorgen wollte, dass andere Leute mit dem Golfspiel beginnen." In einem letzten Satz fügte er hinzu:"Ich werde mir natürlich Olympia-Wettbewerbe anschauen. Leichtathletik, Schwimmen - Sachen, die eben interessieren."

Während internationale Größen das Turnier als "belanglos" einstuften, freuten sich die deutschen Golfer über ihre Qualifikation. Für Martin Kaymer (Platz 71 der Weltrangliste), Alexander Cejka (248.), Caroline Masson (53.) und Sandra Gal (85.) gab es zwar keine Medaille, dafür aber die erste deutsche Teilnahme an einem olympischen Golfturnier. "Ich bin davon überzeugt, dass es unserer Sportart hilft, weiterhin Teil des olympischen Programms zu sein. Unsere jungen Athleten können damit weiterhin die Vision Gold leben", sagt Claus M. Kobold, Präsident des Deutschen Golf Verbandes.

Auch für die Spiele 2028 in Los Angeles ist eine Durchführung von Golf-Wettbewerben wahrscheinlich, eine endgültige Entscheidung darüber fällt aber erst nach den Wettbewerben in Tokio.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Golf bleibt eine olympische Disziplin


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.