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Golf-Star feiert Comeback
Woods lässt seine alte Klasse aufblitzen

Tiger Woods feiert Comeback
Tiger Woods feiert Comeback FOTO: afp, jl
Nassau. Tiger Woods ist zurück. Bei seinem Comeback zeigte der US-Star neben wenigen Fehlschlägen auch seine alte Klasse. Die erste Runde nach 467 Tagen stimmte ihn daher zuversichtlich.

Tiger Woods schüttelte entschieden den Kopf. Nein, das schwache Rundenende habe "absolut nichts" mit seiner körperlichen Verfassung zu tun gehabt. "Ich fühlte mich sogar ziemlich gut", sagte der Golf-Superstar nach seinem Comeback: "Leider habe ich ein paar dumme, verdammt dumme Fehler gemacht. Aber so ist das nunmal, wenn man eine Weile nicht spielt."

467 Tage, um genau zu sein, dauerte die bislang längste Zwangspause des 14-maligen Major-Siegers. Bei seiner viel beachteten Rückkehr am Donnerstag in Nassau auf den Bahamas lag Woods auch deshalb nach der Auftaktrunde nur auf dem 17. und vorletzten Platz des elitären Teilnehmerfeldes. Aber das spielte ohnehin nur eine untergeordnete Rolle.

"Es war ein großartiges Gefühl, wieder dabei zu sein", äußerte der 40-Jährige: "Ich habe wieder das Adrenalin in meinem Körper gespürt. Das hätte wirklich was richtig Tolles werden können." Wenn denn die vermaledeiten Doppel-Bogeys auf den Bahnen 16 und 18 nicht gewesen wären.

Anfängerfehler waren es, die Woods eines besseren Scores beraubten. Vielleicht wollte er nach seiner langen Pause und dem vielversprechenden Rundenstart zu viel. "Ich werde das mit ein bisschen Spielpraxis in den Griff bekommen", sagte er. Wenn die Automatismen erstmal wieder ablaufen wie gewünscht – "den richtigen Schlag sehen, fühlen und treffen" – dann werde er wieder ganz der Alte sein.

Woods' Rückkehr ist ein Gewinn für den Sport

Ob das tatsächlich gelingen wird, sei dahingestellt. Unzählige Comeback-Versuche musste der 79-malige Turniersieger wegen seiner Rückenprobleme schließlich schon absagen oder wieder abbrechen, zudem sind die weltbesten Golfer deutlich jünger und körperlich in tadelloser Verfassung. Allein die Präsenz des Kaliforniers jedoch ist ein Gewinn für den Sport, den Woods in den beiden zurückliegenden Jahrzehnten prägte.

"Auf den ersten Löchern spielte er wirklich gut und besaß die nötige Kontrolle über sein Spiel. Da dachte ich nur 'Wow'", meinte Patrick Reed, der die erste Runde an der Seite von Woods absolvierte. Dessen Landsmann J.B. Holmes, mit 64 Schlägen zunächst der Führende, schwärmte: "Es ist wunderbar, Tiger wieder dabei zu haben."

Es war dann auch keine wirkliche Überraschung, dass sich in den Medien fast alles nur um Woods drehte. Sein "Beinahe-Ass" am achten Loch wurde zum Schlag des Tages gekürt, auf der Internetseite der US-Tour waren zudem diverse Abschläge von 1993 bis 2016 im Zeitraffer zu sehen.

Und wer ganz genau hinschaute, der bemerkte: Die Bewegung ist aktuell vielleicht nicht so explosiv wie zu den Hochzeiten, dafür wirkt der Schwung geschmeidiger und weniger verkrampft. "Ich bin schon wieder im Flow", sagte Woods. Das ist doch ein vielversprechendes Zeichen.

(sid)
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