| 17.04 Uhr

US-Open-Champion
Jordan Spieth will jetzt die perfekte Major-Saison

Jordan Spieth gewinnt die US Open
Jordan Spieth gewinnt die US Open FOTO: dpa, tm uw
Chambers Bay. Nach seinem zweiten Streich hat US-Golfer Jordan Spieth den Grand Slam ins Visier genommen. Als Masters- und US-Open-Champion reist er als Favorit zur British Open.

Nachdem Jordan Spieth den nächsten Schritt zur Unsterblichkeit gemacht hatte, gab das Wunderkind seine Zurückhaltung endgültig auf. "Der Grand Slam ist im Bereich des Möglichen", sagte der 21-Jährige nach seinem Sieg bei der US Open selbstbewusst und schob mit Blick auf die British Open ganz unbescheiden hinterher: "Ich habe nun ja bewiesen, dass ich auch dort gewinnen kann."

Als erster Golfer überhaupt könnte Spieth das Ziel aller Ziele erreichen: die perfekte Major-Saison, Siege bei den vier bedeutendsten Turnieren innerhalb eines Kalenderjahres. Nach seinem Triumph beim US Masters im April setzte er nun auch hinter die US Open ein Häkchen. Für die British Open ist er spätestens seit Sonntag der Top-Favorit - auch, weil das dritte Major des Jahres in St. Andrews auf einem Platz stattfindet, der mit seinen welligen Grüns und tückischen Fairways dem Kurs in Chambers Bay sehr ähnelt.

Starkes Nervenkostürm als Erfolgsrezept

"Das ist einer meiner liebsten Orte", sagte Spieth. Zwar durfte er in der "Heimat des Golfsports", wie er St. Andrews nennt, erst einmal abschlagen. Seiner Begeisterung tat dies im Überschwang der jüngsten Glücksgefühle aber keinen Abbruch: "Ich bin schon wahnsinnig aufgeregt und voller Vorfreude, nach Schottland zu reisen. Ich denke, wir werden auch dort unsere geheime Formel anwenden", sagte Spieth.

Was zunächst kryptisch klang, wird bei der genaueren Betrachtung von Spieths Spiel zum simplen Erfolgsrezept. Der Texaner, jüngster US-Open-Champion seit dem legendären Bobby Jones 1923, ist auf den Grüns derzeit schlicht und einfach der beste Golfer der Welt. Die Abschläge sind zudem lang und präzise, seine Konstanz ist beeindruckend. Vor allem aber scheint er Nerven wie Drahtseile zu haben.

Die Spielerfrauen der Golf-Stars FOTO: afp, rix

Während Spieth am Sonntag in der nervenaufreibenden Schlussphase selbst ein Doppel-Bogey am vorletzten Loch nicht aus der Bahn warf, patzte sein Rivale Dustin Johnson (USA) gleich zweimal. Mit dem ersten verpassten Putt verspielte der 31 Jahre alte Schwiegersohn von Eishockey-Legende Wayne Gretzky den Sieg, mit dem zweiten ein mögliches Stechen. Am Ende teilte sich Johnson den zweiten Rang mit dem Südafrikaner Louis Oosthuizen.

Bald besser als Tiger Woods?

"Ich habe alles versucht, der Ball wollte einfach nicht rein", sagte Johnson, der nach Spieth als Letzter auf die Runde gegangen war. "Das lange Warten war unfassbar nervenzerrend", gab Spieth später zu, "ich bin noch immer geschockt, dass ich den Titel geholt habe."

Zuletzt waren Erfolge bei den ersten beiden Major-Turnieren Spieths Idol Tiger Woods 2002 gelungen. "Ich dachte immer, dass er der erste sein wird, der den Grand Slam schafft", sagte Spieth. Davon ist Woods aber derzeit meilenweit entfernt.

Wie der deutsche Titelverteidiger Martin Kaymer scheiterte der 39-Jährige in Chambers Bay bereits am Cut und rutschte in der Weltrangliste auf den 205. Rang ab. In Spieth schickt sich aber ohnehin ein anderer an, die Szene auf Jahre zu dominieren.

(sid)
 
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