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Sieg beim Ryder Cup
US-Golfer machen sogar Obama stolz

Die US-Golfer lassen es nach dem Triumph krachen
Die US-Golfer lassen es nach dem Triumph krachen FOTO: afp, jim
Chaska. Die US-Golfer gedachten nach dem historischen Ryder-Cup-Triumph noch einmal der verstorbenen Legende Arnold Palmer. Beim 17:11 boten sie Sport der Extraklasse – anders als Deutschlands Nummer eins Martin Kaymer.

Als die quälend lange Wartezeit endlich beendet war, kannte selbst bei Barack Obama die Freude keine Grenzen mehr. "Welch ein Sieg! Ich bin stolz, dass unsere Jungs die Trophäe wieder nach Hause gebracht haben", twitterte der US-Präsident nach dem ersten Ryder-Cup-Erfolg der Amerikaner seit 2008. Im selben Moment erinnerte Obama an das verstorbene Golfidol Arnold Palmer, das "nun ganz bestimmt von oben herablächelt".

"The King" war eine Woche vor dem historischen 17:11-Erfolg gegen die Europäer im Alter von 87 Jahren verstorben - und in Chaska/Minnesota noch allgegenwärtig. Nicht zuletzt wegen seiner Verdienste um den Golfsport suchten einige der Helden von heute im Kindesalter ihr Glück auf den Grüns dieser Welt - kein Wunder also, dass die US-Profis ihren höchsten Ryder-Cup-Sieg seit 35 Jahren auch Palmer widmeten.

"Der Sieg ist für dich, Arnold", sagte Teamkapitän Davis Love III. Er blickte dabei ergriffen und den Tränen nah in den strahlend blauen Himmel, senkte den Kopf und setzte dann fort: "Arnold war die ganze Woche bei uns."

Vor allem für Love bedeutete der Sieg am Ende einer emotionsgeladenen Woche eine riesige Genugtuung. Drei bittere Pleiten hatten die US-Golfer zuletzt kassiert, bei der schlimmsten 2012 führte der 52-Jährige das US-Team schon einmal als Kapitän an. Anders aber als vor vier Jahren, als sein Team am Schlusstag noch eine komfortable Führung verspielte und der Sieg der Europäer als "Wunder von Medinah" in Erinnerung blieb, hielten diesmal die Nerven.

"Wir wurden in den vergangenen Jahren sehr hart kritisiert. Nun bin ich demütig und auf jeden einzelnen Spieler stolz", sagte Love. Das Gefühl des Triumphs sei sehr speziell, "weil alle gezeigt haben, dass wir zusammenhalten."

Wahrscheinlich auch deshalb sprach Routinier Phil Mickelson von einer "Erinnerunng und Erfahrung, die wir ein Leben lang wertschätzen werden." Der 46-Jährige war schon in Medinah dabei gewesen, am Sonntag lieferte er sich ein episches Duell mit dem Spanier Sergio Garcia.

Nicht ganz so elektrisierend war das Match zwischen US-Star Jordan Spieth und dem Olympiazweiten Henrik Stenson aus Schweden - der Freude tat dies bei Spieth jedoch keinen Abbruch. "Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Wettbewerb in zwei Jahren", sagte der Texaner.

2018 wird der Ryder Cup in Paris ausgetragen, Deutschlands mal wieder enttäuschender Top-Golfer Martin Kaymer wäre dort wieder gerne dabei. "Wir wollen den Cup zurückholen", sagte der 31-Jährige, der am Sonntag den letzten Punkt des einseitigen Wettstreits verbucht hatte. Nach zuvor drei Niederlagen in drei Einsätzen feierte Kaymer immerhin einen versöhnlichen Abschluss, vorwerfen lassen wollte er sich letztlich nichts.

Während Europas Teamkapitän Darren Clarke von einer "unfassbaren Enttäuschung" sprach und die Stärken der US-Boys im Kurzspiel als entscheidenden Faktor für die Niederlage nannte, flüchtete sich Kaymer in Parolen. "Wir haben alle bis zum Ende gekämpft", sagte er, "aber die Amis war einfach besser."

(sid)
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