| 12.13 Uhr

Sieg beim Masters in Augusta
"Ballesteros hat von da oben geholfen"

Garcia erhält Siegerkuss von seiner Verlobten
Garcia erhält Siegerkuss von seiner Verlobten FOTO: rtr, MB/HB
Augusta. Sergio Garcia feierte am 60. Geburtstag seines verstorbenen Idols Severiano Ballesteros seinen ersten Major-Sieg. Beim Masters-Erfolg des Spaniers schloss auch Martin Kaymer seinen Frieden mit Augusta.

Sergio Garcia ging strahlend in die Knie und jubelte mit einem gewaltigen Schrei, doch die Gedanken an sein verstorbenes Idol Severiano Ballesteros ließen ihn nicht los. "Ich bin mir ganz sicher, dass er bei ein paar Schlägen von da oben geholfen hat", sagte Garcia nach dem ersehnten Triumph beim US Masters: "Das an seinem Geburtstag zu schaffen, ist unglaublich."

Im 74. Anlauf war dem Spanier sein erster Major-Sieg überhaupt gelungen – an einem Sonntag, an dem der große und weltweit geschätzte Ballesteros 60 Jahre alt geworden wäre. "Immer wieder habe ich an ihn gedacht", gab Garcia nach einer emotionalen Achterbahnfahrt zu, "hier und dort sind mir die Gedanken in den Kopf geschossen, einfach so."

In die überbordende Erleichterung über das Ende seines Major-Fluchs mischte sich daher auch viel Wehmut. Gerne hätte Garcia mit "Seve" gejubelt, gefeiert, gefachsimpelt und über die Ursprünge seiner Karriere gesprochen. "Er hat mich als Kind inspiriert, auch wegen ihm habe ich mit dem Golf angefangen", sagte Garcia über Ballesteros, der das Turnier in Augusta/Georgia 1980 und 1983 gewonnen hatte und 2011 einem Krebsleiden erlag.

So war es José Maria Olazabal, der andere Mentor Garcias, mit dem der 37-Jährige seine grenzenlose Freude teilte. Olazabal, ebenfalls zweimaliger Masters-Champion, hatte Garcia vor dem Turnierstart noch eine Nachricht geschickt "und mich in meinem Glauben bestärkt, dass ich es schaffen kann", verriet Garcia: "Ich solle mich einfach nicht verrückt machen."

Tatsächlich wirkte "El Niño", wie Garcia genannt wird, während der Schlussrunde gelassener als noch vor Jahren. Sogar als lochbare Putts, wie beispielsweise auf der letzten Bahn, ihr Ziel verfehlten, blieb er ruhig. Auf dem ersten Extra-Loch bezwang er dann im Stechen Olympiasieger Justin Rose (England), einen sehr guten Freund.

"Er verdient es mehr als jeder andere. Gegen keinen anderen hätte ich lieber verloren", sagte Rose, der mit Garcia auch im Ryder Cup zahlreiche gemeinsame Erfolge gefeiert hatte. Der verletzte US-Superstar Tiger Woods schrieb auf Twitter von einem "extrem verdienten" Sieg, für die spanische Tageszeitung Marca war Garcia "einfach nur großartig".

Neben dem begehrten grünen Jackett, einer Goldmedaille und einer silbernen Replika des Clubhauses erhielt Garcia einen Siegerscheck in Höhe von 1,8 Millionen Dollar (rund 1,7 Millionen Euro). Zudem kehrte er in die Top 10 der Weltrangliste zurück, er wird nun an Position sieben geführt.

Deutschlands Top-Golfer Martin Kaymer (Mettmann) verbesserte sich im Ranking zwar nur um eine Position auf den 43. Platz, doch das war ihm egal – schließlich hatte er als 16. das beste Masters-Resultat verbucht und mit Augusta seinen Frieden geschlossen.

"Wenn ich das Spiel in den nächsten Jahren vom Abschlag bis zum Grün besser zusammenbekomme", sagte Kaymer danach forsch, dann "traue ich mir schon zu, irgendwann auch um den Sieg mitzuspielen".

(sid)
 
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