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British Open der Golfer
Kaymer startet solide, Woods erlebt Debakel

The Open Championship: Martin Kaymer startet solide
Martin Kaymer ist bei den British Open solide gestartet. FOTO: dpa, wo mr
Superstar Tiger Woods erlebte die nächste Horror-Show, Martin Kaymer immerhin einen Auftakt ohne den ganz großen Schrecken: Mit seiner 71er-Runde hat Deutschlands bester Golfer am ersten Tag der 144. British Open einen soliden 41. Platz ergattert und immerhin den kriselnden Woods klar hinter sich gelassen.

"Ich bin so weit von der Spitze entfernt", klagte Woods nach desaströsen 76 Schlägen, die ihm Rang 139 unter 156 Startern einbrockte. Nur ein kleines Wunder am Freitag kann den 14-maligen Major-Sieger noch vor dem Halbzeit-Aus retten.

Die sagenhaften elf Schläge Rückstand auf seinen führenden Landsmann Dustin Johnson waren nämlich nicht einmal Woods' größtes Problem. "Das Feld", stellte der in der Weltrangliste auf Position 241. abgerutschte Kalifornier fest, "ist ganz dicht beisammen. Nur wenn am Freitag also schwierige Bedingungen herrschen und ich eine gute Runde spiele, bin ich am Wochenende noch dabei."

Erster Abschlag landet im Wasser

Aber wer mag daran schon glauben? Während Johnson ebenso wie Woods' potenzieller Erbe, US-Masters- und US-Open-Champion Jordan Spieth (67 Schläge/8. Platz), von Beginn an der Spitzengruppe angehörte, lief Woods der Musik ab dem ersten Loch, ja eigentlich schon ab dem ersten Abschlag hinterher. Gleich zu Beginn seiner Runde landete der Ball nämlich im Wassergraben, die beiden Bogeys auf den ersten beiden Löchern waren für den zweifelnden Dominator a.D. alles andere als Mutmacher.

"Das war tatsächlich entmutigend, und ich habe mich auch wirklich geärgert", sagte Woods, der eigenen Angaben zufolge "ein großartiges Warm-Up" absolviert hatte. Weil nach dem Fehlstart aber neben nur einem Birdie drei weitere Bogeys folgten, blieb die Aufholjagd des dreimaligen Open-Champions Wunschdenken.

Zum ersten Mal in seiner so erfolgreichen Karriere könnte Woods damit bei zwei Major-Turnieren nacheinander am Cut scheitern. Dabei hatte er nach dem frühen Aus bei der US Open ausgerechnet in der Wiege des Golfsports noch auf seine sportliche Wiedergeburt gehofft und erklärt, "dass ich noch keinen Rentnerausweis habe".

Den besitzt Kaymer auch noch nicht, wenngleich er nach seinem starken vierten Rang bei der French Open vor zwei Wochen sich bestimmt einen besseren Auftakt gewünscht hätte. "Das war eine solide Auftaktrunde. Es war ziemlich windig, so dass es nicht so leicht war, den Ball an die Fahne zu bekommen", sagte Kaymer: "Ich habe noch drei Tage vor mir und bin mit dem Auftakt zufrieden."

Siem bester Deutscher

Für seine Verhältnisse sehr gut zurecht kam der Ratinger Marcel Siem, der für die 18 Löcher 70 Schläge benötigte. Damit lag er als bester Deutscher auf dem 24. Platz - und deutlich vor Altmeister Bernhard Langer (Anhausen), der nach furiosem Start und vier Birdies auf den ersten sechs Bahnen das Klubhaus nur mit einer 74 (Platz 109) erreichte.

Überzeugen konnte derweil erneut Spieth, der als einziger Spieler nach dem legendären Ben Hogan (1953) die ersten drei Majors der Saison gewinnen könnte. "Daran habe ich aber zu keiner Zeit gedacht und werde es auch während des Turnierverlaufs nicht tun", sagte der 21-Jährige nach einer Runde, die nicht ganz an die Glanztaten der jüngeren Vergangenheit heranreichte.

Auf den ersten neun Löchern trumpfte der Texaner zwar groß auf und hielt mit dem US-Open-Zweiten Johnson mit, danach musste der derzeit beste Golfer aber zwei Bogeys quittieren. "Es war dennoch ein guter Start und sehr zufriedenstellend", sagte Spieth. Ganz anders also als bei Woods.

(sid)
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