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Masters in Augusta
Der Tiger will auch ohne Siegchance "unbedingt dabei sein"

Tiger Woods strauchelt beim Comeback
Tiger Woods strauchelt beim Comeback FOTO: ap
Augusta. Tiger Woods wird beim US-Masters in Augusta/Georgia teilnehmen. Seine Chancen auf eine vordere Platzierung sind aber äußert gering.

In der Kathedrale des Golf ist der Tiger mittlerweile zwar ein alter Hase, die 18. Masters-Teilnahme als Profi wird für US-Superstar Eldrick Woods dennoch unter ganz neuen Vorzeichen stehen. "Wenn er den Cut überstehen sollte, ist das schon ein Erfolg", sagt Landsmann Paul Azinger: "Wir alle wissen um seine missliche Lage."

Fehlende Spielpraxis, fehlende Fitness, fehlende Zuversicht - mit den wohl schlechtesten Aussichten seit knapp zwei Jahrzehnten wird Tiger Woods am Donnerstag in Augusta/Georgia beim ersten Major-Turnier des Jahres abschlagen. Bis vor wenigen Tagen stand der Start des 39-Jährigen, der im Kalenderjahr 2015 gerade mal 47 Löcher unter Wettbewerbsbedingungen gespielt hat, noch in den Sternen. "Das Masters", schrieb Woods am vergangenen Freitag auf seiner Homepage, "ist offenkundig sehr wichtig für mich. Ich möchte unbedingt dabei sein."

Und wahrscheinlich wird der olympische Gedanke zählen, wenn Woods das Kräftemessen mit den besten Golfern der Welt aufnimmt. Rein sportlich gesehen dürfte er nämlich nur eine kleine Nebenrolle spielen - aber wen interessiert schon der Sport, wenn ein 14-maliger Major-Sieger nach langer (und überstandener?) Verletzungspause erstmals wieder mit von der Partie ist?

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"Die beste Show der Welt wird nun noch besser", twitterte der Engländer Ian Poulter, während US-Kollege Bill Horschel feststellte, dass "das Masters ohne Tiger Woods einfach nicht dasselbe wäre". Amateuer Bradley Neil bekräftigte, dass er "unbedingt mit Tiger in einem Turnier spielen" wolle, und sogar der 18-malige Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps verriet, dass er schon "ganz aufgeregt" sei, Woods beim Masters bestaunen zu können.

Der Fokus von TV-Anstalten und Zuschauern wird jedenfalls unweigerlich wieder auf Woods liegen. "Wie unter einem Mikroskop", das prophezeite zumindest Azinger, werde sich der Kalifornier ab Donnerstag vorkommen. Jeder Schlag dürfte analysiert werden, jede Regung - ganz so, wie es die Amerikaner eben lieben. Und Woods selbst will es offenbar auch so.

Porträt: Tiger Woods – der abgestürzte Golf-Dominator FOTO: dpa, wo mr

"Ich habe viel an meinem Spiel gearbeitet. Ich brenne darauf, nach Augusta zu kommen, und freue mich, mal wieder im Wettkampf dabei zu sein", sagte Woods, der vor rund zwei Monaten zuletzt auf der US-Tour aktiv war. Damals scheiterte er unter anderem wegen der schlechtesten Profirunde seiner Karriere (82) am Cut.

Die Veranstaltung eine Woche später in San Diego musste er bereits nach elf Löchern wegen Rückenschmerzen abbrechen, letztmals spielte er bei der British Open 2014 ein Turnier über vier Runden zu Ende. Die Quittung für seine Inaktivität erhielt Woods vor einer Woche, als er erstmals seit dem 23. September 1996 nicht mehr in den Top 100 der Weltrangliste geführt wurde. Selbstredend also auch, dass er am Donnerstag zum ersten Mal in seiner Profi-Karriere aus einer derart schlechten Ausgangssituation heraus ein Major bestreiten wird. Eine wahrlich missliche Lage - selbst für einen alten Hasen.

(sid)
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