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US Open der Golfer
Kaymer setzt auf die Karte Geduld

Fotos: Das ist Martin Kaymer
Fotos: Das ist Martin Kaymer FOTO: AP
Martin Kaymers Glaube an sich selbst ist unerschütterlich. Seit seinem US-Open-Triumph vor zwei Jahren in Pinehurst wartet der deutsche Topgolfer auf den nächsten Tour-Sieg, Rückschläge pflasterten seitdem seinen Weg.

Und nun wartet bei der 116. US Open ausgerechnet das Par-70-"Monster" im Oakmont Country Club auf den Rheinländer. Doch Kaymer kommt die ihm unbekannte Aufgabe offenbar gerade recht.

"Da ich normalerweise auf schweren Plätzen gut zurecht komme, freue ich mich sehr auf die Woche", sagte er dem Sport-Informations-Dienst. Im Flight der ehemaligen Weltranglistenersten mit den Engländern Lee Westwood und Luke Donald hat Kaymer den Schlüssel zum Erfolg für sich ausgemacht: Geduld. "Mein Spiel fühlt sich sehr gut an. Ich bin vorbereitet und warte geduldig auf meine Chance." Drei Top-10-Resultate bei seinen letzten drei Starts auf der Europa-Tour sind die statistischen Belege für seinen zarten Aufschwung.

Für den Mettmanner steckt hinter den nackten Zahlen aber mehr. "Mein Spiel ist absolut da, wo ich es haben möchte." Und dann, so ist sich Kaymer sicher, werde "früher oder später auch wieder ein Sieg als Bestätigung kommen."

Kaymer denkt oft an 2014

Wie sich so ein Triumph anfühlt, weiß Martin Kaymer noch genau. Noch gut erinnert er sich an diese intensive Zeit vor zwei Jahren. "2014 ist bei mir immer noch präsent. Ich denke oft daran", sagt Kaymer. Zunächst war ihm im Mai aus heiterem Himmel der Sieg bei der Players Championship geglückt. Gut einen Monat später folgte auf dem Pinehurst No. 2 der zweite Major-Erfolg.

Die nachfolgende Entwicklung ist bekannt, dennoch sagt Kaymer beharrlich: "Es waren keine verlorenen Jahre." Er habe sich auch in den letzten Jahren "sportlich weiterentwickelt und teils sehr gutes Golf gespielt, nur leider kann man Siege im Golf oder auch im Sport generell nicht erzwingen."

Will Kaymer in Oakmont an seine Glanzzeiten anknüpfen, muss er sein derzeit wohl größtes Problem lösen: die Schwächen beim Putten. Auf den Grüns entscheiden sich die Turniere, und die sind auf dem Platz in Pennsylvania extrem schwierig, weil superschnell und kräftig onduliert. Eine Herkulesaufgabe also für jemanden, der in den Puttstatistiken der Weltspitze weit hinterherhinkt.

Während Titelverteidiger Jordan Spieth (USA) und der Weltranglistenerste Jason Day (Australien) auf der US-Tour mit 27,55 bzw. 27,92 Putts pro Runde in der Spitzengruppe liegen, benötigte Kaymer im Schnitt 29,68 Putts. Ein klarer Nachteil, besonders in Oakmont.

Was für ein Platz auf das 156-köpfige Teilnehmerfeld wartet, zeigt folgende Zahl. Bei der letzten Austragung 2007 gab es an den vier Turniertagen insgesamt nur acht Runden unter Par. Sieger Angel Cabrera (Argentinien) lag am Ende mit 285 Schlägen fünf über Par. Und Spieth sagt Ähnliches für diese Woche voraus: "Ich glaube nicht, dass der Gewinner unter Par bleiben wird."

Zu denen, die den Kampf aufnehmen werden, zählt als zweiter Deutscher Maximilian Kieffer. Der Düsseldorfer hatte sich bei der Europa-Qualifikation im englischen Walton Heath Club nahe London im Stechen für das zweite Major des Jahres qualifiziert, zum zweiten Mal nach 2014, wo er am Cut gescheitert war.

(sid)
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