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US Open
Tiger Woods erlebt den nächsten rabenschwarzen Tag

U.S. Open: Tiger Woods erlebt den nächsten rabenschwarzen Tag
Tiger Woods erlebt derzeit einen Tiefpunkt nach dem nächsten. FOTO: afp, jl
Chambers Bay/Frankfurt. Für Martin Kaymer ist die erfolgreiche Titelverteidigung bereits nach dem Auftakt der US Open in weite Ferne gerückt, Superstar Tiger Woods erlebte dagegen sogar ein regelrechtes Debakel.

"Es war wirklich ein harter, ein sehr harter Tag", lamentierte der 39-Jährige nach einem rabenschwarzen Tag. Sensationelle 80 Schläge (!) benötigte der Golf-Champion a.D. für die 18 Löcher auf dem Chambers Bay Course im Bundesstaat Washington, zehn mehr als vorgesehen - am Ende stand nur Platz 152 unter 156 Teilnehmern zu Buche.

Woods hatte damit nicht nur seine mit Abstand schlimmste Runde bei einer US Open absolviert, sondern gleichzeitig auch die schlechteste seiner gesamten Major-Karriere egalisiert, die ihm immerhin 14 große Triumphe beschert hatte. Beinahe schon hilflos meinte der Kalifornier: "Ich habe alles versucht, aber irgendwie ist mir die Wende einfach nicht gelungen."

"Kämpfen, arbeiten und wieder kämpfen"

Eine Teilnahme am Wochenende kann Tiger Woods, der nach der verletzungsbedingten Schwungumstellung nur noch ein Schatten seiner selbst ist, damit schon abschreiben. Am Freitag ging es für ihn es einzig und allein um Schadensbegrenzung, "und ich werde kämpfen, arbeiten und wieder kämpfen." Aber ob das reicht?

Tiger Woods strauchelt beim Comeback FOTO: ap

Woods, der das Turnier dreimal (2000, 2002, 2008) gewonnen hatte, notierte neben gerade einmal einem Birdie acht Bogeys und ein Triple-Bogey. "Ich finde schlichtweg keine Beständigkeit", jammerte er und gab Spekulationen um seinen Gesundheitszustand neue Nahrung: "Knieprobleme sind gar nichts im Vergleich zu Rückenproblemen. Dort dauert die Genesung einfach länger."

Den Tiefpunkt seiner Runde erlebte Woods auf Bahn acht, als er den Ball erst in die Dünen drosch, dort die weiße Kugel dann nicht sauber traf und sein Schläger rund zehn Meter hinter ihm landete. Den Humor verlor er dennoch nicht: "Wenigstens habe ich Rickie in den Arsch getreten", sagte Woods.

Wenn die 81er-Runde des 26-jährigen Rickie Fowler, der im vergangenen Jahr alle vier Majors unter den besten fünf beendet hatte, als Maßstab genommen wird, dann hat auch Kaymer dem US-Boy dessen Allerwertesten versohlt. "Nur" 72 Schläge benötigte der Titelverteidiger aus Mettmann auf einem Kurs, "bei dem man sich immer wieder anpassen muss".

Fotos: Martin Kaymer triumphiert bei den US Open 2014 FOTO: dpa, msc

Diese Art von Plätzen gefalle Kaymer, sagte er nach seiner Runde, "weil es nie langweilig wird." Und langweilig war der Auftritt des 30-Jährigen zumindest mit Blick auf die Scorecard auf keinen Fall. Ein Eagle und ein Birdie standen drei Bogeys und einem Doppelbogey gegenüber - das reichte aber nur zu Rang 52. Im vergangenen Jahr hatte Kaymer mit einer 65 gleich die Führung übernommen und diese nicht mehr abgegeben. Am Ende hatte er gewaltige acht Schläge Vorsprung.

"Es war keine schlechte Runde, aber natürlich auch keine super Runde", sagte der Deutsche. Den Cut könnte er bei einer Leistungssteigerung am Freitag überstehen, im Kampf um den Sieg sollte er aber ebenso wenig wie Marcel Siem (Ratingen/73), im Vorjahr immerhin Zwölfter, und Major-Debütant Stephan Jäger (München/74) eingreifen können.

An die Spitze setzten sich mit jeweils 65 Schlägen der Schwede Henrik Stenson und Dustin Johnson (USA), die beide noch auf ihren ersten Major-Triumph warten. "Der erste Tag ist geschafft, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Stenson.

(sid)
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