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Brüssel/Köln
Großes Sicherheitsrisiko: Auch Belgien gegen Spanien abgesagt

Brüssel/Köln. Der belgische Fußballverband hat am späten Montagabend das für gestern angesetzte Länderspiel zwischen der belgischen Nationalmannschaft und Europameister Spanien in Brüssel abgesagt. Die Sorge vor einem Terroranschlag im Umfeld des König-Baudouin-Stadions war nach der Erhöhung der Sicherheitsstufe auf das zweithöchste Level zu groß.

Nach Rücksprache mit dem Krisenzentrum im Innenministerium, der höchsten Sicherheitsdienste und der spanischen Nationalmannschaft war es zu der Absage gekommen, die der belgische Verband nicht zuletzt mit Blick auf die Fans "außerordentlich" bedauerte. Allerdings habe man "nur eine Wahl, wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen. Deswegen sind wir dem Rat der Regierung gefolgt", teilte Verbandspräsident Francois De Keersmaecker mit.

"Ein Menschenleben ist viel mehr wert als ein Fußballspiel", stimmte auch Nationaltrainer Marc Wilmots ein. In Sorge war auch die spanische Delegation, die bereits gestern Vormittag die Rückreise nach Madrid antrat. "Wir hatten uns auf das Spiel gefreut, aber die Sicherheit geht vor. Wir sind so früh wie möglich abgereist", sagte Nationaltrainer Vicente del Bosque. Nach Informationen der Sportzeitung "Marca" wurden die Spieler noch in der Nacht geweckt. Das Blatt berichtete von einer "enormen nervlichen Belastung". Del Bosque wiegelte ab: "Wir hatten keine Angst. Wir wollten nur so schnell wie möglich abreisen."

Ein möglicher Grund für die Absage: Nach Angaben der belgischen Tageszeitung "De Standaard" wurde der zur Fahndung ausgeschriebene Abdeslam Salah nach den Anschlägen von Paris zuletzt im Umfeld des Stadions gesehen.

(sid)
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