Tausende nachträgliche Kontrollen: Großoffensive gegen Doping-Sünder
zuletzt aktualisiert: 08.10.2008 - 14:25Düsseldorf (RPO). Geht es den Betrügern jetzt an den Kragen? In den Proben der Tour de France können jetzt auch Eigenbluttransfusionen durch die französische Anti-Doping-Agentur AFLD nachgewiesen werden. Das IOC will mit einem neuen Epo-Test derweil Doping-Sünder bei Olympia nachträglich überführen.
Das IOC wird alle fast 1000 Blutproben der Sommerspiele in Peking mit der neuen Testmethode auf das zuvor nicht nachweisbare Blutdopingmittel Cera nachuntersuchen.
Auch die Proben des jamaikanischen Leichtathletik-Überfliegers Usain Bolt, der in Fabelzeiten über 100 und 200 Meter triumphiert hatte, werden damit erneut unter die Lupe genommen.
Dabei soll die neue Untersuchungsmethode eingesetzt werden, die auch zur Überführung der beiden Radprofis Stefan Schumacher und Leonardo Piepoli (Italien) führte. Diese wurde in Frankreich entwickelt und soll nun auch die Betrüger in anderen Sportarten entlarven.
Insgesamt waren während der Spiele bereits 4770 Dopingtests durchgeführt worden. Die ersten Fünf eines jeden Wettkampfes sowie zwei weitere Athleten wurden überprüft.
Außerdem gab es zahlreiche Zielkontrollen. Bisher sind 16 positive Fälle bekannt, sechs davon bei Pferden. Zwei Athleten verloren bislang drei Medaillen.
Weitere Enthüllungen drohen
Derzeit noch in den letzten Zügen der Entwicklung ist ein Testverfahren zum Nachweis von Eigenbluttransfusionen. Damit will die AFLD nachträglich die Proben der Tour in diesem Jahr überprüfen - und wird wahrscheinlich erneut fündig werden.
Agenturchef Pierre Bordry sagte im ZDF: "Wir sind bereits im Besitz ernstzunehmender Hinweise auf Fälle von Eigenbluttransfusionen. Um wen es sich handelt, werden wir wohl erst später sagen können."
Im Visier haben die Dopingjäger Fahrer, bei denen vor dem Start der Tour Proben genommen und dabei auffällige Werte gefunden wurden. Dabei soll es sich laut Bordry um 30 Profis handeln. Die AFLD hatte die Betroffenen und ihre Rennställe über die Testergebnisse informiert.
Bei einigen Sportlern hatten sich die Blutwerte dann während der Rundfahrt wieder normalisiert, bei anderen aber nicht: "Einige der verdächtigen Fahrer sind wieder zurück zu ihren normalen Werten gelangt. Wir waren aber überrascht zu sehen, wie schwach deren Leistungen dann waren", so Bordry.
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