US Open: Haas vor schwerem "Kaltstart": Gute Lose für Huber und Kiefer
zuletzt aktualisiert: 24.08.2000 - 09:17New York (dpa). Der Status als gesetzte Spieler lässt Anke Huber und Nicolas Kiefer auf ein erfolgreiches Abschneiden bei den am kommenden Montag beginnenden US Open (28. August bis 10. September) hoffen. Den Daviscup-Spielern Thomas Haas und Rainer Schüttler sowie "shooting star" Alexander Popp droht dagegen nach der Auslosung am Mittwoch ein früher K.o. bei dem mit 15 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier in New York.
Die an Nummer zehn gesetzte Anke Huber (Karlsdorf) bekam die US- Amerikanerin Meilen Tu als vermeintlich leichte Erstrundengegnerin zugelost. Erst im Achtelfinale sollte French-Open-Siegerin Mary Pierce aus Frankreich zu einem echten Prüfstein für die Karlsdorferin werden, die bei den Damen die einzige deutsche Hoffnungsträgerin ist.
Der an Position 14 gesetzte Kiefer startet gegen den kampfstarken, aber verletzungsanfälligen Italiener Andrea Gaudenzi in das am höchsten dotierte Tennisturnier der Welt. Im Achtelfinale könnte der 23-jährige Holzmindener auf den Weltranglisten-Zweiten Magnus Norman treffen, mit dem er noch eine Rechnung offen hat. Kiefer verlor gegen den Schweden bei den diesjährigen Australian Open im Viertelfinale.
Thomas Haas will in New York nach sechs Wochen Verletzungspause einen "Kaltstart" wagen. Erster Gegner wird wie bei Schüttler und David Prinosil (Amberg) ein Qualifikant sein. In Runde zwei könnte es zum deutschen Duell zwischen Haas und Schüttler kommen, gegen den Haas im vergangenen Monat beim Sandplatz-Turnier in Stuttgart im Achtelfinale im zweiten Satz verletzt aufgegeben hatte. Spätestens im Achtelfinale dürfte für den Sieger jedoch gegen Pete Sampras endgültig Endstation sein.
Insgesamt droht den bislang nur acht DTB-Profis (zwei Damen, sechs Herren), die sich direkt für die jeweils 128-köpfigen Hauptfelder qualifizieren konnten, bei den US Open ein böses Erwachen. Denn Jana Kandarr, David Prinosil und Alexander Popp verpatzten am Dienstag ihre Generalproben bei den Vorbereitungsturnieren in den USA.
Kandarr verlor ihr Erstrundenspiel beim mit 535 000 Dollar dotierten WTA-Turnier in New Haven gegen Ai Sugiyama aus Japan mit 4:6, 4:6 und verpasste damit ein Achtelfinal-Match am Mittwochabend deutscher Zeit gegen Anke Huber. Die an Nummer vier gesetzte Karlsdorferin stand dank eines Freiloses kampflos in Runde zwei. Bei den US Open startet Kandarr gegen Brie Rippner (USA).
Drei Tage nach seiner Halbfinal-Niederlage gegen Andre Agassi beim Hartplatz-Turnier in Washington verpatzte Prinosil seinen Einstand beim mit 415 200 Dollar dotierten ATP-Turnier auf Long Island gründlich. Der Daviscup-Spieler aus Amberg verlor bereits in der ersten Runde mit 4:6, 6:4, 3:6 gegen den Schweizer George Bastl. In New York könnte es in der zweiten Runde ein Wiedersehen geben.
Für Popp war nach einem 6:3, 4:6, 2:6 gegen Juan Carlos Ferrero in Runde zwei Endstation. Das selbe droht bei den US Open, wo Popp nach einem erwarteten Erstrundenerfolg gegen Jiri Vanek (Tschechien) in der zweiten Runde vermutlich auf den an fünf gesetzten Russen Jewgeni Kafelnikow treffen dürfte.
Die Auslosung am Mittwoch brachte auch den Amerikanern eine erste Enttäuschung. Der topgesetzte Titelverteidiger Andre Agassi und der 13fache Grand-Slam-Champion Pete Sampras könnten nämlich schon im Halbfinale aufeinander treffen. Dafür ist bei den Damen ein amerikanisches Traum-Finale zwischen den Williams-Schwestern Venus und Serena möglich. Im Halbfinale könnte es zu den Duellen Martina Hingis (Schweiz) gegen Wimbledonsiegerin Venus Williams und Titelverteidigerin Serena Williams gegen Lindsay Davenport (USA) kommen.
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