Deutsches Quartett ausgeschieden: Haas allein in Paris
zuletzt aktualisiert: 30.05.2002 - 17:33Paris (rpo). Thomas Haas hat im Stade Roland Garros den Alleingang eingelegt - für alle anderen deutschen Tennisprofis war das Abenteuer Paris ganz schnell beendet.
Der 24-jährige gebürtige Hamburger fegte den "Lucky Loser" Feliciano Lopez aus Spanien am Donnerstag mit 6:3, 6:4, 6:4 in 98 Minuten vom roten Sandplatz und zog souverän in die dritte Runde des zweiten Grand-Slam-Turniers der Saison ein. Nächster Kontrahent der deutschen Nummer 1 ist der Finne Jarkko Nieminen.
Für ein deutsches Quartett war die zweite Hürde dagegen zu hoch: Nach Jana Kandarr (Heidelberg) und Martina Müller (Hannover) sagten auch Jens Knippschild (Oberhausen) und Rainer Schüttler (Korbach) "Adieu Paris". Von 14 Deutschen im Hauptfeld - sieben Damen und sieben Herren - ist nur noch der in Roland Garros an Nummer drei gesetzte Haas im Rennen um den Siegerscheck von 780 000 Euro.
Die Comeback-Tour von Knippschild ist beendet, und auch Jana Kandarr meldete sich ab. Die 25 Jahre alte Heidelbergerin vergab die Chance, erstmals den Sprung in die dritte Runde der French Open zu schaffen. Trotz einer Steigerung im zweiten Satz verlor sie gegen die an Nummer 17 gesetzte Thailänderin Tamarine Tanasugarn mit 4:6, 6:1, 3:6. Martina Müller unterlag der Russin Elena Lichowtsewa 5:7, 4:6.
Knippschild stand das ganze Match über gegen den an Nummer 14 gesetzten Tschechen Jiri Novak auf verlorenem Posten. Nach dem 1:6, 2:6, 5:7 musste der Paris-Achtelfinalist von 1998 die Koffer packen. Auch Schüttler hatte nichts zu bestellen: Der im Schweizer Altstätten lebende Hesse unterlag dem Argentinier Guillermo Coria 4:6, 2:6, 3:6.
Andre Agassi schaffte auch ohne die Unterstützung seiner Frau Steffi Graf, die mit dem sieben Monate alten Sohn Jaden Gil in der City unterwegs war, den Sprung in die dritte Runde. Allerdings profitierte der an Nummer 4 gesetzte Amerikaner von einer Verletzung seines spanischen Gegners David Sanchez.
Für Jana Kandarr waren alle Befürchtungen wahr geworden. "Ich habe bisher auf keinem Belag gegen sie gut ausgesehen. Vielleicht klappt es diesmal auf Sand", hatte sich die 1,81 Meter große Deutsche vor dem Zweitrundenmatch selber Mut gemacht. Doch es klappte nicht. Im ersten Satz schwächelte Kandarr, machte zu viele Fehler und kam mit dem emotionslosen Stil der Thailänderin überhaupt nicht klar. Aber sie kämpfte: Gleich drei Satzbälle wehrte Kandarr noch ab, der vierte saß dann. Mit zwei Doppelfehlern verabschiedete sie sich nach 1:52 Stunden vom Pariser Publikum - Trostpflaster: 17 400 Euro.
Knippschild ließ sich im zweiten Satz am rechten Fuß behandeln und einen Stützverband anlegen. Da lachte der Oberhausener noch, obwohl er sich wohl schon in sein Schicksal ergeben hatte. Vorwürfe muss sich der Mann aber nicht machen, denn von August 2001 bis April 2002 spielte Knippschild praktisch kein richtiges Turnier. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück. In diesem Jahr war er vor Paris fünf Mal schon in der Qualifikation gescheitert; erst bei den French Open schaffte er wieder den Sprung ins Hauptfeld. Auf der Haben-Seite stand schließlich ein Sieg - auf dem Scheck 19 300 Euro.
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